Bericht über die Aktivitäten der Morbacher Wehren

Kommunalpolitik : Die Morbacher Wehr steht gut da

Kinder und Jugendliche prägen die Aktivitäten der Morbacher Wehren für das Jahr 2019. Sie richten das Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr aus. Zudem ist eine Bambiniwehr geplant.

Ein Zuwachs an Feuerwehrleuten, eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit, wesentlich mehr Einsätze als im Vorjahr: Der Bericht des Morbacher Wehrleiters Marco Knöppel über das vergangene Einsatzjahr hat im Morbacher Gemeinderat Tradition. Dabei sagen die vorgetragenen Fakten stets eine Menge über die geleistete Arbeit der Aktiven aus. Da ist zum einen die Anzahl der Einsätze, die „immens gestiegen“ ist, sagt Knöppel. Die 131 Einsätze – 65 waren technische Hilfe, 66 Brandursachen - bedeuteten eine Steigerung um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und das, obwohl den Morbacher Aktiven 2018 Sturmeinsätze wie in einigen Nachbargemeinden erspart geblieben seien. Woran es liegt?  Knöppel sagt, dass die Leute „einfacher“ werden: „Wenn früher ein Strauch gebrannt hat, haben sie einen Eimer Wasser genommen. Heute rufen sie die Feuerwehr“, sagt er.

Hinzu kommen 26 Einsätze nach Meldungen aus den neun stationären Brandschutzanlagen in Betrieben der Einheitsgemeinde, die auch dann die Feuerwehr alarmieren, wenn viel Staub aufgewirbelt wird oder ein Stapler versehentlich gegen einen Melder fährt. Das ist nicht ohne Risiko, macht Knöppel klar: „Die Aktiven kommen beim ersten Mal, kommen auch beim zweiten Mal, irgendwann sagen die sich, es ist ja doch nichts.“

Bei den großen Schadensereignissen im Jahr 2018 führt Knöppel einen Brand an, bei dem ein Auto in einem Carport in Flammen stand. „Fünf Minuten später, und das Feuer wäre auf das Wohnhaus übergesprungen.“ Zwei Unfälle mit Schulbussen ließen bei den gerufenen Aktiven den Puls hochgehen. „Man weiß nie, wieviel Kinder im Bus sitzen“, sagt er. Einer dieser beiden Einsätze bei Merscheid sei glimpflich ausgegangen. Bei dem anderen zwischen Morscheid und Deuselbach hätten die Kinder zwar keine schweren Verletzungen erlitten. Doch sei der Fahrer des Pkw, der mit dem Bus kollidiert ist, später im Krankenhaus gestorben.

Die Ausrüstung der Wehren hat sich im Jahr 2018 nochmals verbessert. Durch ein neues Fahrzeug am Standort Haag und dem damit verbundenen Ringtausch an Fahrzeugen sei jetzt in jedem Ausrückbereich der Einheitsgemeinde ein wasserführendes Fahrzeug stationiert.

Die Anzahl der Aktiven in den Morbacher Wehren ist auf 239 gestiegen, freut sich der Wehrleiter. Die Feuerwehr der Stützpunktwehr Morbach profitiert von zehn Doppelmitglied­schaften. Aktive aus den Dörfern arbeiten in Morbach und fahren bei Einsätzen während ihrer Arbeitszeit mit ihren Morbacher Kameraden. „Es ist davon auszugehen, dass die Mitgliederzahlen weiter zunehmen“, sagt Knöppel. Dafür sorgen auch die Aktiven der sechs Jugendfeuerwehren: 89 Jungen und Mädchen seien dort engagiert. 18 seien 2018 aus den Jugendfeuerwehren zu den Senioren gewechselt.

Der Morbacher Wehrleiter gibt sich damit nicht zufrieden. Für das zweite Halbjahr 2019 sei geplant, in Morbach eine Bambiniwehr für Kinder im Grundschulalter zu gründen. In die Jugendwehren können die Jungen und Mädchen erst mit zehn Jahren eintreten, doch kämen auch immer öfter Anfragen von Jüngeren. Knöppel: „Dabei geht es mehr um Spiel und Spaß.“

Die Jugendlichen werden die Aktiven der Morbacher Wehren in diesem Jahr noch stärker beschäftigen. Denn in Merscheid wird in der ersten Woche der Sommerferien das diesjährige Lager der Kreisjugendfeuerwehr von allen Wehren der Einheitsgemeinde ausgerichtet. Bis jetzt seien 350 Teilnehmer gemeldet, sagt der Wehrleiter.

Nachgefragt haben die Ratsmitglieder bezüglich der etwa 6000 Stunden, die die elf Gerätewarte 2018 geleistet haben. In Schnitt sind dies 45 Stunden pro Gerätewart und Monat. „Ist damit zu rechnen, dafür jemand hauptamtlich einzustellen“, fragt Ratsmitglied Jörg Ritgen. Hauptamtlich sei nicht unbedingt dienlich, sagt der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal. Die Belastung der Gerätewarte sei zwar „immens“ und die Arbeit nur umsetzbar wegen der „nicht geringen Zahl an Gerätewarten.“ Doch sei die Ausgangslage insgesamt gut.

Der Wehrleiter verweist darauf, dass Betriebe Gerätewarte nach großen Einsätzen frei­stellen. Knöppel sagt: „Wir sind ein kleines Unternehmen, ein Betriebszweig der Gemeinde.“

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