Bauarbeiten : Bernkastel-Kues bleibt erreichbar

Im Vorfeld des ab 2021 anstehenden zweijährigen Ausbaus der Cusanusstraße setzt die Stadt Bernkastel-Kues nun auf Bürgerbeteiligung.

Über reine Verschönerungsarbeiten lässt sich leicht diskutieren. Doch damit ist es in der Cusanusstraße in Bernkastel-Kues nun einmal nicht getan. Denn dort müssen vor Jahrzehnten verlegte Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert werden. Und da sich die Stadt seither weiterentwickelt hat, wie etwa Neubaugebiete zeigen, müssen Abwasserrohre teils durch deutlich dickere ersetzt werden. So wie aktuell an der Baustelle in der Saarallee, Einmündung Triniusstraße, wo dafür mehr als fünf Meter tief gebaggert wurde. Eine echte Herausforderung steht voraussichtlich von März bis Juli 2021 an: mit dem Ausbau des sich anschließenden Kreisels und des Brückenkopfes. Die Moselbrücke muss dann drei Monate voll gesperrt werden – für Autos und Radfahrer, nicht aber für Fußgänger. Entschädigen dafür sollen Zeltbrückenfeste oder auch Präsentationen von Betrieben auf der Brücke.

Danach wird über zwei Jahre hinweg die Cusanusstraße bis auf Höhe des Schulzentrums ausgebaut (siehe Info). Anwohner sind sich daher bewusst, was da auf sie zukommt. Das dürfte auch die sachliche Stimmung einer Versammlung erklären, zu der die Stadt eingeladen hatte. Da sie frühzeitig informierte, konnten sich Betroffene intensiv damit befassen, mit welchen Einschränkungen der Straßenausbau für sie verbunden sein wird. Dennoch gab es vereinzelt Sorgen, eventuell wochenlang nicht erreichbar zu sein, was Stadtbürgermeister Wolfgang Port aber entkräftete. Straßensperrungen würden generell nur abschnittsweise und mit wenigen Metern Länge eingerichtet. Unternehmen, Geschäfte, Seniorenheim und Privathäuser seien daher immer zugänglich, wenn auch zeitweise nur von einer Seite aus oder vorübergehend nur zu Fuß. Mit zusätzlichen Fahrzeugstellplätzen wie etwa am Forum will die Stadt zudem Anwohnern wie Beschäftigten und Kunden der Stadt Ausweichmöglichkeiten bieten. Port geht davon aus, dass die Stellplätze zumindest für Anwohner kostenfrei sein werden.

Eingeladen hatte die Stadt insbesondere deshalb, um weitere Anregungen zu erhalten und aufgreifen zu können. So gab es etwa Hinweise auf sich schon heute durch anliefernde Lastwagen zurückstauende Fahrzeuge. Außerdem hoffen Unternehmen auf Unterstützung durch eine möglichst bewusste Wortwahl. Statt von schwieriger Erreichbarkeit und Park-Chaos zu sprechen und zu schreiben, sollte in Veröffentlichungen darauf hingewiesen werden, dass alle Betriebe weiterhin erreichbar seien. Die Stadt will das mit einem Fahrzeug-/Parkleitsystem unterstützen und auch appellieren, verstärkt vor Ort einzukaufen. Denn mancher Betrieb stellt sich auf Umsatzeinbußen von 30 bis 60 Prozent ein. Außerdem ist laut Port eine Internet-Plattform geplant, über die Bürger wie Betroffene „interaktiv kommunizieren“ und Verbesserungen anregen können.