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Bernkastel-Kues: Fast 4 Millionen Euro für Sanierung des Plateaus

Therapie- und Erholungsraum : Knapp 4 Millionen Euro für Sanierung: Die große Erneuerung des Kueser Plateaus

Mit 3,7 Millionen Euro unterstützt die Landesregierung die Sanierung des Kurparks und den Ausbau zu einem Begegnungsort. Was genau geplant ist und wie es dazu kam.

Die Wunschliste für die Inwertsetzung des Kueser Plateaus war lang, aber das Bohren dicker Bretter hat sich schlussendlich ausgezahlt: Mit 3,7 Millionen Euro fördert das Land den Ausbau des über 40 Jahre alten Kurparks. Und das ist erst der Anfang, denn damit sind nur die ersten beiden Ausbauschritte finanziert. Der dritte und letzte Bauabschnitt soll später separat gefördert werden. Damit soll das über achteinhalb Hektar große Areal zu einem „heilklimatischen Therapie- und Erholungsraum“ ausgebaut werden. Das Projekt wird zu 85 Prozent vom Land gefördert, was durch eine Besonderheit möglich ist: Nur staatlich anerkannte Kurorte können diese spezielle Förderung öffentlicher touristischer Infrastruktureinrichtungen beantragen und das Kueser Plateau ist als heilklimatischer Kurort staatlich anerkannt.

Der Kurpark wurde angelegt, als auch die ersten Heil- und Kurkliniken dort gebaut wurden. Allerdings wurde er in den vergangenen 40 Jahren kaum instand gehalten. Ein Teich verlandete und der Baumbestand wucherte aus, ohne gepflegt zu werden. Auch die Spazierwege waren nicht mehr in Schuss.

Schon 2018 gab es erste Workshops und Gespräche mit Vertretern des Forstamts, Kliniken, der Vereine und der Hotellerie. Das Büro Stadt-Land-plus aus Boppard-Buchholz wurde vor vier Jahren damit beauftragt, die Ideen zu sammeln. Die Wunschliste wurde lang: Eine Teichanlage, eine Festwiese mit Bühne, verschiedene Gärten, nachhaltige Bepflanzung und Areale für sportliche Betätigung. Neue Zugänge sollen den Weg erleichtern. Sogar ein Aussichtssteg, ein sogenannter Skywalk, an einer Hangkante zur Mosel war gewünscht. Schon damals wurden die Kosten auf bis zu 1,5 Millionen Euro geschätzt. Der Stadtrat unterstützte die Planung von Anfang an, denn das Areal sei nicht nur für die Bürger von Bernkastel-Kues bedeutsam, sondern auch für die Patienten des Reha-Zentrums der Median-Kliniken. Zudem könne so ein Begegnungsraum geschaffen werden, da bislang die Bernkasteler den Weg eher selten aufs Plateau fänden, das wegen der 3 Kilometer Anfahrt etwas weit ab vom Schuss sei, hieß es damals.

Das ist geplant am Kueser Plateau

Nun wird das Plateau aber attraktiver werden. Als besonderen Höhepunkt bewertet Friedrich Hachenberg vom Planungsbüro die Anlage eines barrierefreien Aussichtshügels und eines Skywalks. Auch die Biodiversität steht im Zentrum der Sanierung, denn in diesem Bereich sollen Eidechsenarten angesiedelt werden. Hinzu kommen ein Kräutergarten, ein Sonnensegel, ein Senk- und Nebelgarten, ein Klimapavillon, öffentliche WC-Anlagen und eine Blickbox. Für kulturelle Veranstaltungen wird es eine Open-Air-Bühne mit einem Stufen-Atrium geben. Dann sind auch kleinere Konzerte und Bühnenaufführungen möglich.

Stadtbürgermeister Wolfgang Port weist darauf hin, dass mit diesem Projekt auch der Reha-Standort langfristig gesichert werden könne. Schließlich bieten die Median-Kliniken mit ihren rund 800 Betten 600 Arbeitsplätze, die unmittelbar mit den Kliniken verbunden seien, mittelbar seien es noch weitaus mehr. Damit wirkt sich das gesamte Projekt aber nicht nur auf die Stadt aus. Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt betont ebenso die Stärkung des Tourismus in Bernkastel-Kues: „Das Geld ist gut angelegt, wir wollen den Tourismus in Rheinland-Pfalz stärken und die Qualität steigern.“ Zudem habe die Pandemie dazu geführt, dass die Menschen mehr Sehnsucht nach Heimat, ruhigen Orten und Qualität hätten. Schmitt: „Bernkastel-Kues ist für uns ein Premium-Standort. Tourismus ist da erfolgreich, wo man groß und kooperativ denkt.“