Bernkastel-Kues: Große Pläne für den Kurpark

Kommunales : Große Pläne für den Kurpark in Kues

Das Gelände rund um die Reha-Kliniken auf dem Kueser Plateau will die Stadt aus dem „Dornröschenschlaf wecken“. Dazu lädt sie zu einem ersten Bürgerworkshop am 12. März, 18 Uhr, ins Kurgastzentrum ein.

Großzügige Rasenflächen, Spazierwege und eine Teichanlage sollen auf dem Kueser Plateau im Bereich der Reha-Kliniken Kurgäste und auch Anwohnern Möglichkeiten zur Erholung bieten. Aber die Anlage ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Das Thema wurde Ende vergangenen Jahres im Stadtrat besprochen.

Jörg Lautwein, Geschäftsführer der Kultur und Kur GmbH, stellte damals dringenden Handlungsbedarf für den Kurpark fest, der aus den 1980er Jahren stammt. Schon das Wegenetz entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen, da es nicht durchgängig barrierefrei sei. Der Teich sei versandet, und an vielen weiteren Stellen seien Reparaturen nötig.

Er wies aber auch darauf hin, dass die Stadt bei einer Sanierung Anspruch auf eine Förderung von bis zu 85 Prozent habe, da der Kurpark zertifiziert sei. Damit sei die Voraussetzung für eine so hohe Förderung aus Mainz gegeben. Allerdings gebe es dafür auch gewisse Vorgaben, die erfüllt werden müssten. So müsse die Aufenthaltsqualität verbessert werden und der Kurpark müsse als Ökosystem gestärkt werden, um das Gebiet als natürliches Therapiezentrum zu etablieren. Außerdem brauche es Leuchtturmprojekte, wozu zum Beispiel eine Finnenbahn oder ein Outdoor-Fitness-Bereich zählen könnten. Auch eine Kurparkbühne als Klanginsel für Open-Air-Veranstaltungen wie zum Beispiel Konzerte sei denkbar. Für eine Minimal-Lösung, die die Fördervorgaben erfüllt, würden Kosten in Höhe von rund 400 000 Euro anfallen. Möglich wäre aber auch eine „große Lösung“, in der das Gebiet mit Bürgerbeteiligung in einem mehrstufigen Prozess entwickelt werden könnte. Und zu dieser „großen Lösung“ hat sich der Stadtrat letzten Endes entschlossen.

Nach einer ersten Konzepterstellung gab es bereits Expertengespräche zur Umgestaltung des Kurparks, wie die Stadt mitteilt.

 In einem Punkt sind sich jetzt schon alle einig: „Der Kurpark ist nicht mehr zeitgemäß und muss zu neuem Leben erweckt werden“. Dazu hatte das extern beauftragte Büro „Stadt Land Plus“ aus Boppard in der vergangenen Woche zu Expertengesprächen eingeladen. Hier kamen alle diejenigen zu Wort, die direkt mit dem Kurpark zu tun haben.

„Vertreter von den Kliniken, den Sportvereinen, der Kultur & Kur, dem Kindergarten, den sozialen Einrichtungen und vielen mehr sind zu Wort gekommen. Wir wollen damit aus allen Bereichen Impulse für die Umgestaltung bekommen“, erklärt Stadtbürgermeister Wolfgang Port die Vorgehensweise. Es müsse einiges getan werden, es gebe kaum Freizeitmöglichkeiten für Erwachsene und Kinder. Veranstaltungen seien aufgrund der schlechten Infrastruktur, was Strom- und Wasserversorgung angeht, nur unzureichend zu planen. Hier fehlt es an einer professionellen Veranstaltungsfläche. Ein Punkt, den die meisten Gesprächspartner auf ihrem Zettel hatten.

Hinzu kam auch der Ruf nach einer Toilettenanlage. Innerhalb des Parks müssten mehr Anziehungspunkte geschaffen werden, so der Tenor innerhalb der ersten Gesprächsrunden.

Im nächsten Schritt lädt das Büro in Zusammenarbeit mit der Stadt am 12. März zu einem Bürgerworkshop ein. „Hier erhoffen wir uns einen weiteren Impulsschub zur Umgestaltung des Kurparks. Auch wenn es der Kurpark ist, ist das Areal für alle da und deswegen sollen auch alle Anregungen gehört und verarbeitet werden“, so Bürgermeister Port.

Der Bürgerworkshop wird um 18 Uhr im Kurgastzentrum auf dem Kueser Plateau stattfinden. Im Zuge der Bürgerbeteiligung soll auch ein gemeinsames Leitbild für den Kurpark entwickelt werden. „Ein mögliches Leitbild könnte zum Beispiel der Ausbau des Kurpark als naturnaher Erlebnis- und Therapieraum sein“, heißt es von Seiten des Planungsbüros.

Das beauftragte Planungsbüro wird im Anschluss alle Vorschläge sammeln und sortieren.

Dem Büro obliegt es dann in Absprache mit einer Lenkungsgruppe, in der aus allen Bereichen Akteure vertreten sind, zu entscheiden, was Sinn macht und was nicht. Die Abwägung soll bis Anfang Mai abgeschlossen sein. Danach wird ein Vorentwurf von Seiten des Büros im Stadtrat am 16. Mai vorgestellt.

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