Handel & Gastronomie Branchenmix wird untersucht

Bernkastel-Kues · Bernkastel-Kues erhält im Rahmen des Modellvorhabens „Innenstadt-Impulse“ eine Landesförderung in Höhe von 224.000 Euro. Welche Impulse braucht die Innenstadt?

Wie kann Bernkastel-Kues es schaffen, die Innenstadt lebendig zu halten? Diese Frage soll eine Analyse zum Branchenmix  beantworten.

Wie kann Bernkastel-Kues es schaffen, die Innenstadt lebendig zu halten? Diese Frage soll eine Analyse zum Branchenmix  beantworten.

Foto: TV/Christian Moeris

Eine Finanzspritze aus Mainz zur Umsetzung neuer Ideen: Welcher Kommune würde das nicht gefallen? Die Stadt Bernkastel-Kues erhält im Rahmen des Modellvorhabens „Innenstadt-Impulse“ eine Förderung in Höhe von 224.000 Euro, teilte Innenminister Michael Ebling mit. Mit der Finanzspritze sollen verschiedene Maßnahmen unterstützt werden, um die Innenstadt zu stärken.

Das Ministerium erklärte in einer Pressemitteilung, die Moselstadt wolle die Förderung unter anderem dazu nutzen, ein Verträglichkeitsgutachten für die Innenstadt in Auftrag zu geben, das verschiedene innenstadtrelevante Aspekte beleuchten, bestehende Strukturen kritisch hinterfragen und letztendlich zukunftsweisende Handlungsempfehlungen bieten soll. Zudem verfolge die Stadt mit dem Fördergeld noch weitere Ziele.

Worum es bei dem Projekt „Innenstadt-Impulse“ geht und was die Stadt Bernkastel-Kues mit dem Fördergeld genau vorhat, das erklärt Stadtbürgermeister Wolfgang Port im Gespräch mit unserer Zeitung.

Im Kern geht es bei dem Projekt in Bernkastel-Kues zunächst mal um eine Analyse. Mit der Finanzspritze wolle die Stadt den Branchenmix in der Innenstadt analysieren, sagt Port. Der Ist-Zustand mit Geschäften sowie auch dem gastronomischen Angebot werde untersucht. Und dann solle das Gutachten auch die Frage beantworten, was die Innenstadt brauche, um zu überleben und eine entsprechende Kundenfrequenz zu halten. Der Stadtbürgermeister erwartet sich von dem Gutachten also auch Handlungsempfehlungen für die Zukunft. “Was gibt es für Trends in der Entwicklung und wie kann man die Leerstände da mit einbauen? Was ist da auf der Fläche möglich und könnte ein Frequenzbringer sein?“ In der Innenstadt seien einige Leerstände zu finden, sagt Port, „zwar nicht in den Hauptflaniermeilen, aber in der Peripherie. Da müssen wir mal schauen, was wir dort ansiedeln können.“ Die Analyse werde zudem den „Brückenkopf“ auf der Kueser Seite, den Port mit zur Innenstadt zählt, umfassen. Der Stadtbürgermeister freut sich über den Geldsegen aus Mainz, „weil die Förderung uns wie weitere kleine Bausteine dabei hilft, dem negativen Trend, der seit Corona viele Innenstädte ergriffen hat, entgegenzuwirken“. Nur wenn der Branchenmix attraktiv sei, so Port, kämen Leute in die Innenstädte. Port: „In einer unattraktiven Innenstadt werden Sie dagegen keine Leute sehen. Deshalb steht sie im Fokus unserer Aufmerksamkeit.“

Zudem sei mit dem Fördergeld die Anschaffung des „Bernkastel-Kueser Villo Vino“ geplant, einem mobilen Weinpavillon, der städtischen Winzer und Weingütern eine saisonale Bühne für Präsentation und Verkauf bieten soll. Auch das könne der Innenstadt Impulse verleihen, sagt Port.

Auch ein neues Parkleitsystem soll mithilfe der Förderung mitfinanziert werden. „Die Maßnahmen unterstützen wir gerne“, so Innenminister Ebling.

Das Modellvorhaben „Innenstadt-Impulse“ wurde seitens des Landes aufgelegt, um die Entwicklung und Umsetzung neuer und innovativer Ideen zur Stärkung der Innenstädte zu unterstützen. Ziel ist es auch, den vielfältigen Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie dem Strukturwandel in den Innenstädten zu begegnen. Nachdem zuvor bereits die Oberzentren gefördert wurden, hat die Landesregierung das Modellvorhaben „Innenstadt-Impulse“ 2022 auf die Mittelzentren und die mittelzentralen Verbünde ausgeweitet.

„Innenstädte sind soziale Treffpunkte, sie prägen die örtliche Gemeinschaft und stärken den Zusammenhalt. Sie sind damit wichtig für die direkte Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt. Das Modellvorhaben unterstreicht noch einmal, dass das Land den Städten und Gemeinden auch in schwierigen Zeiten als verlässlicher Partner für eine attraktive, bürgernahe und zukunftsorientierte Stadtentwicklung zur Seite steht“,beschreibt Innenminister Ebling das Förderprogramm.