Bernkastel-Kues testet Mülleimer für Hundekot

Bernkastel-Kues · Am Moselufer in Kues stehen wieder probeweise Behälter für Hundekot. Sie werden auch genutzt. Hundehalterin Doris Kiesgen möchte allerdings, dass überall in der Stadt Tütenspender aufgestellt werden.

Bernkastel-Kues. "Das Häufchen in den Beutel fix. Ist einfach, sauber, kostet nix." In schöner Reimform steht auf den vier grünen Mülleimern, was Herrchen und Frauchen beachten sollen, wenn sie mit ihrem Hund auf der mehrere Hundert Meter langen Grünanlage zwischen der Brücke und dem Festplatz im Stadtteil Kues unterwegs sind. Seit einigen Wochen läuft in diesem Bereich eine Testphase.
Getestet wird, ob die Hundebesitzer den Mülleimer und die angebotenen Tüten auch nutzen. Doch das allein wird nicht reichen, um aus einer Testphase wieder einen Dauerzustand zu machen. Wichtig ist auch, ob die Mülleimer unbeschadet bleiben. In früheren Jahren wurden sie, obwohl fest im Boden verankert, oft Opfer von Vandalen. Und deshalb hat sie die Stadtverwaltung auch wieder abgeschafft.
Die Diskussion über die Hinterlassenschaften der Hunde blieb aber aktuell. Stadtbürgermeister Wolfgang Port hatte vor einigen Wochen angekündigt, dass sich der Stadtrat mit dem Thema beschäftigt (der TV berichtete).
Stadtrat wartet Testphase ab


Zuerst einmal, so der Hauptausschuss, soll aber die laufende Testphase abgewartet werden. Gleichzeitig wird ähnlich wie in anderen Kommunen über eine Hundebestandaufnahme nachgedacht. Hundebesitzer, die ihr Tier nicht angemeldet haben, soll zuerst die Chance gegeben werden, dies nachzuholen. Ein entsprechender Aufruf werde demnächst ergehen.
In Konz beispielweise meldeten aufgrund eines Aufrufs mehr als 200 Hundehalter ihre Vierbeiner an. Sollte dies in Bernkastel-Kues keine Wirkung zeigen, könnte eine Firma damit beauftragt werden, von Haus zu Haus zu gehen und nach nichtangemeldeten Hunden zu fragen.
Port sieht dabei gute Erfolgsaussichten. "Ein Hund fängt sofort an zu bellen, wenn es klingelt", sagt er.
Dieter Meyer, Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, hat in den vergangenen Wochen mehrfach die vier Mülleimer in der Grünanlage geleert. "Sie werden ganz gut angenommen", berichtet er. Allerdings beobachte er immer noch viele Leute, die sich nicht an die Anleinpflicht halten. Die Folge: Wenn der Hund sein Geschäft verrichtet, muss es sein Besitzer nicht unbedingt sehen.
"Viele wollen es nicht sehen", glaubt Doris Kiesgen. Sie hat immer Tüten dabei, wenn sie mit der sechsjährigen Mischlingshündin "Luna" unterwegs ist. Sie begrüßt den erneuten Anlauf nach mehr Sauberkeit in der Stadt. Spezielle Mülleimer für Hundekot stehen bei ihr allerdings nicht im Vordergrund. "Mülleimer stehen überall in der Stadt. Es müsste aber viel mehr Tütenspender geben, denn höchstens ein Drittel der Hundehalter hat Tüten dabei", sagt Kiesgen, die in der Bernkasteler Altstadt wohnt. Auch dort sähe sie die Tütenspender gerne.

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