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Energiewende: Amprion baut Hochspannungsleitung durch die Eifel

Energiewende : Freie Bahn für Hochspannung in der Eifel – Umweltverträglichkeit wurde geprüft

Ein weiterer Schritt für die Energiewende: Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord gibt grünes Licht für eine Starkstromleitung durch die Eifel. Doch was bedeutet das genau?

Der Verbrauch an elektrischer Energie wird sich in den nächsten Jahren ebenso wie deren Erzeugung dramatisch erhöhen: E-Mobilität und CO2-neutrale Energieerzeugung durch Windkraft- und Solarparks machen einen Ausbau des Hochspannungsnetzes notwendig. In der Region plant der Netzbetreiber Amprion den Ausbau einer bereits bestehenden 220 kV-Leitung zwischen Metternich und Niederstedem und deren Anhebung auf 380 Kilovolt. Die Trasse ist in mehrere Abschnitte unterteilt.

Höchstspannungsleitung für mehr grünen Strom

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord ist nach dem Energiewirtschaftsgesetz die zuständige Behörde, die den Bau und Betrieb von Hochspannungsfreileitungen mit 110 Kilovolt Nennspannung und mehr in ganz Rheinland-Pfalz zu genehmigen hat. Sie hat nun entschieden, dass der Neubau des zweiten Abschnitts der geplanten 110-/380-kV-Höchstspannungsfreileitung Metternich–Niederstedem vom Punkt Pillig bis zur Umspannanlage Wengerohr gebaut werden darf. Dabei handelt es sich um eine Gemeinschaftsleitung der Amprion GmbH, der Westnetz GmbH und der DB Energie GmbH. Der Leitungsabschnitt ist 47 Kilometer lang.

Energiewende: Amprion baut Hochspannungsleitung durch die Eifel
Foto: TV/Amprion

Vorhandene Leitung wird zurückgebaut

Das Vorhaben umfasst den Rückbau von 189 Masten und den Neubau von 137 Masten, die weitgehend innerhalb des Trassenraumes der beiden bestehenden und in weiten Teilen parallel verlaufenden Leitungen 220-kV-Hochspannungsfreileitung Niederstedem–Neuwied und 110-kV-Bahnstromleitung Bengel–Koblenz errichtet werden. Eine bestehende Bahnstromleitung wird im Zuge dieser Baumaßnahme komplett zurückgebaut.

Ebenso kann in Teilabschnitten eine alte 220-kV-Leitung zurückgebaut werden. Die heutige 220-kV-Leitung soll zukünftig als 110-kV-Leitung genutzt werden und abschnittsweise entweder durch die DB Energie GmbH oder die Westnetz GmbH mit zwei 110-kV-Stromkreisen belegt werden.

Außerdem sollen bestehende Leitungsabzweige angepasst und die Anbindung der 380-kV- und 110-kV-Stromkreise an die Umspannanlage Wittlich-Wengerohr hergestellt werden. Mit der Erteilung des Baurechts erhält der zweite Abschnitt grünes Licht. Die 110/380-kV-Höchstspannungsfreileitung Metternich-Niederstedem gehört zu den dringenden Leitungsbauvorhaben im Höchstspannungsnetzbereich. Mit der Leitung werden die beiden Schwerpunkt-Umspannanlagen in Weißenthurm und in Niederstedem direkt mit einer 380-kV-Leitung verbunden. Bisher gab es nur eine 380-kV-Leitungsanbindung aus dem Aachener Raum über Dahlem (Westeifel) nach Niederstedem.

Zudem soll mit der neuen Leitung der vermehrt anfallende Windstrom aus der Eifelregion zu den Verbrauchern in den Süden und Südwesten abtransportiert werden. Das Vorhaben ist Teil der Netzausbauplanung der Bundesregierung. Zugleich profitieren die Deutsche Bahn und die Westnetz GmbH, da auf dem Mastgestänge der 380-kV-Höchstspannungsfreileitung entweder zwei 110-kV-Bahnstromkreise oder zwei 110-kV-Stromkreise der allgemeinen Energieversorgung mitgeführt werden.

Umweltverträglichkeit wurde geprüft

Die SGD Nord hat das Vorhaben im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens unter Beteiligung der Öffentlichkeit geprüft und hat eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Die Belange der betroffenen Eigentümer wurden in die Abwägung einbezogen, wobei das öffentliche Interesse an einer sicheren Versorgung mit Strom diese Eingriffe grundsätzlich rechtfertigt. Nach Abschluss dieser Prüfung konnte der Ersatzneubau zugelassen werden.

Bodenproben und archäologische Sondierungen

Nun beginnen aber zuerst einmal die sogenannten bauvorbereitenden Maßnahmen, wie die Pressestelle von Amprion mitteilt. Unter anderem werden an verschiedenen Stellen entlang der Trasse archäologische Sondierungen durchgeführt. Dabei werden Dienstleister von Amprion mit handgehaltenen Sonden die Flächen auf archäologisch bedeutsame Fundstücke prüfen. An den Masten, die demontiert werden sollen, entnimmt Amprion außerdem Bodenproben. Wo nötig, werden Maststandorte und Bauumgebung zusätzlich von Bewuchs befreit, stellenweise müssen auch Bäume gefällt werden.

Grundstückseigentümer, die vom Holzeinschlag betroffen sind, werden von Amprion noch einmal schriftlich darüber informiert, teilt das Unternehmen mit.