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Bernkastel-Wittlich: Personalwechsel beim Brand- und Katastrophenschutz

Feuerwehr : Brand- und Katastrophenschutz im Kreis Bernkastel-Wittlich: Thomas Edringer übergibt Amt an Nachfolger

Thomas Edringer macht den Platz frei für Stephan Christ als stellvertretender Brand- und Katastrophenschutzinspektor. Dafür hat er gute Gründe. Dennoch war die Verabschiedung verdientermaßen hoch emotional.

Er zählt zu den bekanntesten Feuerwehrleuten im Landkreis und darüber hinaus. Er engagiert sich sein Leben lang für den Brand- und Katastrophenschutz: Der 59-jährige Thomas Edringer hat sein Amt als stellvertretender Brand- und Katastrophenschutzinspektor (heute BKI, früher KFI: Kreisfeuerwehrinspektor) abgegeben, sein Nachfolger wird Stephan Christ, bislang Chef der Feuerwehren der Verbandsgemeinde Wittlich-Land.  Edringer ist Unternehmer und hat einen Elektro-Betrieb in Maring-Noviand, seit 30 Jahren ist er Chef  der Feuerwehr der Verbandandsgemeinde Bernkastel-Kues und hat erst vor wenigen Wochen seine vierte Amtszeit angetreten. Darüber hinaus war er auch Mitglied des Gemeinderates von Maring-Noviand - dieses Amt hatte er auch vor kurzem abgegeben.

Wie er selbst einräumt, sei die Belastung dieser zeitaufwendigen und verantwortungsvollen Ehrenämter, die er immer gerne ausgeübt habe, inzwischen zu hoch geworden. Nach der Flutkatastrophe an der Ahr im vergangenen Jahr sei ihm klar geworden, dass auch das Amt des stellvertretenden BKI in Zukunft mehr Zeit erfordert. Zudem verstärkt und verändert die Kreisverwaltung die Struktur des Katastrophenschutzes mit der Schaffung eines hauptamtlichen BKI und einem neuen Katastrophenschutzzentrum. „Da macht es ja Sinn, dass der neue stellvertretende BKI jetzt auch die Schaffung dieser neuen Struktur mit erleben und gestalten kann“ sagt Edringer.

Dennoch bleibe er der Blaulicht-Familie als VG-Feuerwehrchef erhalten. Erst am Montag dieser Woche (25. Juli) habe sich das ja gezeigt, als es in Bernkastel-Kues einen Gasalarm gegeben hat. In so einem Fall heißt es für Edringer: Die Arbeit in der Firma weiter delegieren und sofort zur Feuerwache - wie auch sonst oft an Wochenenden oder mitten in der Nacht, wenn ein Brand ausbricht oder Starkregen niedergeht.

Landrat Gregor Eibes würdigte das 23-jährige Engagement Edringers als KFI/BKI in einer Feierstunde in der Güterhalle in Bernkastel-Kues. “Die Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht“: Dieses Zitat des Schauspielers Ewald Basler passe genau auf Edringer, stellt der Landrat fest. Eibes: „Er ist eine hervorragende Fachkraft, aber auch eine hervorragende Führungspersönlichkeit. Er marschiert als Vorbild voran und motiviert seine Mitarbeiter auf empathische Art. Als Landrat kann ich ruhig schlafen, weil ich weiß, dass es Menschen gibt, auf die ich mich verlassen kann.“

Jörg Teusch, Brand- und Katastrophenschutzinspektor bezeichnet seinen   scheidenden Stellverteter als hervorragenden Einsatz-Taktiker, der das Ganze sieht, aber dennoch die Kleinigkeiten beachtet. Teusch: „Thomas ist eine Marke. Der lehnt sich nicht zurück. Halbe Sachen gibt es bei ihm nicht.“   Dass dies nur funktionieren kann, wenn man auch eine Familie hat, die einen unterstützt, betonte daraufhin Peter Gerhards, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. Dafür erhielt Edringers Frau Isolde dann auch die „Floriansnadel“ als besondere Auszeichnung des Landes Rheinland-Pfalz in Würdigung für die familiäre Unterstützung.

In seiner Ansprache war Edringer sichtlich bewegt, rang für einen Moment um Luft und konnte nur noch sagen: „Mir fehlen die Worte. Das passiert äußerst selten. Ich habe viel Nähe hier erfahren und viele nette Menschen kennengelernt.“ Er räumte ganz offen ein, dass er vor 12 Jahren einen Schlaganfall hatte, den er gut überstanden habe. Deshalb müsse er ein wenig kürzer treten. In den Wochen nach der Ahrkatastrophe sei in ihm der Enschluss gereift, das Amt des BKI weiter zu geben.

Im Gegensatz zu Edringer wird sein Nachfolger Stephan Christ das Amt als Feuerwehrchef der Verbandsgemeinde Wittlich-Land aufgeben. Das sei sinnvoll und zudem würde die in diesem Jahr aufgesetzte neue Struktur des Katastrophenschutzes das auch erfordern, so Landrat Eibes. Deshalb sei es wichtig, dass der neue BKI keine weiteren Verpflichtungen seiner Heimatfeuerwehr gegenüber habe.

Mit Blick nach vorne sagt er: „Wir wissen nicht, was da noch auf uns zukommt.“