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Berühmt ist die Starkenburg wegen der Geschichte um Loretta von Sponheim und Kurfürst Balduin

Die Starkenburg bietet einen herrlichen Ausblick : Eine Burg mit starker Geschichte

Von der Starkenburg, die 1200 erstmals urkundlich erwähnt wurde, ist heute nicht mehr viel übrig. Verschiedene Ebenen durch kleinere Schiefermauern abgetrennt lassen aber erahnen, dass dies ein besonderer Ort war. Der Blick über das Mosel- und Ahringsbachtal geht kilometerweit.

Ein mit Efeu bewachsener Sandstein-Rundbogen ziert den Aufgang zur Starkenburg. Original aus dem 13. Jahrhundert ist er nicht, aber er passt gut in die Umgebung. Die Grafen von Sponheim haben die Burg erbaut. Sie war der Verwaltungssitz der Sponheimer für die „hintere Grafschaft“, zu der unter anderem die Moselorte Traben, Trarbach, Enkirch und Wolf gehörten.

Am Ortseingang von Starkenburg aus Richtung Enkirch kommend, ist man in wenigen Minuten auf dem Felssockel, auf dem die Burg stand. Sie hatte eine 135 Meter lange Längsachse von Nord nach Süd und eine 30 Meter lange Querachse von Westen nach Osten. In der Liste der Kulturdenkmäler der Region Trier wird sie genauer beschrieben.

Dort heißt es: „Im Osten ragte ein sehr mächtiger Bergfried hervor. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Johanniskapelle. Die aufgefundenen Reste lassen auf eine Doppelburg schließen.“ Urkunden bezeugen, dass die Sponheimer Herren, die nach Enkirch gelegene Hälfte der Burg dem Trierer Erzbischof Johann I. überließen und sie als Lehen zurückerhielten. Für die andere nach Traben gewandte Hälfte besteht ein Lehensverhältnis mit dem Kloster Corvey an der Weser.

Die Sponheimer haben die Geschichte ihrer Grafschaft über 300 Jahre lang beherrscht. Besonders die Gräfin Loretta von Salm aus Lothringen ist bis heute bei geschichtsinteressierten Menschen ein Begriff. Sie ist die Witwe von Heinrich II. und übernimmt ab 1324 die Regentschaft. Dabei gerät sie in Streit mit dem Erzbischof Balduin von Trier und nimmt ihn kurzerhand auf der Starkenburg gefangen. Mehrere Wochen verbringt er dort. Ein Vertrag beendet den Streit.

Ihr Sohn Johann III. festigte die Herrschaft. Nach Überlieferungen wurden in einem Jahr „60 Stück Wein getrunken, 20 Malter Korn und 50 Malter Hafer vorrätig gehalten.“  Im Jahr 1338 wird die Grevenburg gebaut und löst die Starkenburg als Residenz ab, und 1437 stirbt das Geschlecht der Starkenburg-Sponheimer aus. Die Erben aus Baden und Simmern haben kein Interesse an der Burg, und so wird sie immer mehr vernachlässigt, baufällig und 1690 lässt der französische Kriegsminister Louvois die letzten Mauerreste abtragen. 1739 ist nur noch ein Steinhaufen übrig. Im Ort Starkenburg gibt es in der Nähe der Burg einige Häuser, die zum Teil über gewölbte Keller verfügen, die vermutlich mittelalterlichen Ursprungs sind. Jörg Emmerich, Ortsbürgermeister der Fremdenverkehrsgemeinde, berichtet: „In früheren Jahrhunderten war es ja üblich, dass man mit Steinen verfallener Gebäude selbst gebaut hat und so kann es durchaus sein, dass in einigen Starkenburger Gebäuden Steine der Burg wiederverwendet wurden.“

Heute ist die Fläche, auf der die Burg stand, sehr gepflegt. Es gibt mit kleinen Mauern abgetrennte Flächen, die einen Grundriss erahnen lassen, ein kleiner Rundbogen, der wahrscheinlich auch nachträglich gebaut wurde, Sitzmöglichkeiten und Bäume. Zudem hat man einen atemberaubend schönen Blick auf die Mosel bei Traben-Trarbach und auf der anderen Seite zum Ahringsbachtal. Bis zum Hochspannungsmast am Prinzenkopf, den Eifelhöhen, dem Kondelwald, der Kröver Kapelle, dem Wolfer Koppelberg, dem Wittlicher Krankenhaus, dem Graacher Schanzen und dem Sendemast Haardtkopf kann man von hier aus sehen.

 Am Eingang zum Gelände der Starkenburg ist ein Sandsteinbogen zu sehen.
Am Eingang zum Gelände der Starkenburg ist ein Sandsteinbogen zu sehen. Foto: Christina Bents

Wer sich diese Landmarke bei einer Wanderung miteinbinden möchte, kann dazu beispielsweise den Moselsteig Seitensprung Leiermannspfad, den Wanderweg von Starkenburg bis ins Ahringsbachtal oder den Moselhöhenweg nach Enkirch nutzen.