Berühmte Gestalten

Es hat sich viel ereignet seit der Zusammenlegung von Bernkastel und Kues zur Stadt Bernkastele-Kues. Erzählt und gesungen wurde es am Freitagabend von stadtbekannten Größen.

Bernkastel-Kues. Ähnlich dürfte es schon vor Jahrzehnten gewesen sein. Im "Dorfsaal" des Hotels "Burg Landshut" machen an den Tischen Geschichten die Runde. "Gündä" (Wolfgang Müller) vom Heimatvarieté "Saalü" entlockt den Gästen, was sich dort so ereignet hat.Ehen haben sich dort angebahnt, wie Marlies und Hubert Bohn verraten. Und beinahe wäre ein Kind im Saal geboren worden, was eine Hebamme aber verhinderte.Zur Sprache kommt auch das Miteinander der Kueser und Bernkasteler. Dass diese seit 1905 in einer Stadt leben, ist laut Rudolf Bonerz einem Verein zu danken: "Die Musikvereinigung hat die Stadt vereinigt." Die Kueser Feuerwehr habe 1903 die Gründung der "Kueser Mussik" beschlossen, der sich dann auch Bernkasteler anschlossen.Ein typisches Mentalitätsmerkmal der Bernkastel-Kueser gibt es laut Stadtführer Hermann Reiter nicht. Es gebe nur eines der Moselaner. Schon der Erste habe, von Gott aus einer Rebwurzel erschaffen, zum Wein eingeladen.Zwischen den Histörchen sorgen die Auftritte des "Saalü"-Quartetts für Kurzweil. Mark Welte sinniert über das Los der Männer, deren Witwen sich mit Hunden trösten, Michael Meierjohann übt den Frauenschwarm und Charla Drops ist als Flamencotänzerin zu bewundern. Mit Riesenapplaus werden zwei Gelehrte begrüßt: Nikolaus von Kues (Heinz Eckstein) und der Bernkasteler "Doctor" (Jürgen Kettern). Während "Cusanus" aus seiner "De Docta Ignorantia" liest, berichtet der "Doctor" von der Heilung des Kurfürsten. Hausherr Ulli Dahm gibt Einblick in die Geschichte des vor 125 Jahren erbauten Hauses und spricht von seiner Hoffnung auf ein Boulevard-Cafe unter den Platanen. Später stimmen in dem 1911 erbauten Saal die "Altstadtsänger" (Peter Schmitgen und Wolfgang Gilles) die Stadthymne an, die fast alle Gäste mitsingen. Ähnlich ist es bei Gudrun van Brandwijk, die "Liederliches" zum Besten gibt. Stadtbürgermeister Wolfgang Port, der sich als Dichter versucht, bringt es mit einem Satz auf den Punkt: "Ich kann die Worte Baustelle und Kreisel nicht mehr hören."Beim Publikum kommt der Abend hervorragend an. "Klasse, super toll", lobt die Westerwälderin Doris Weide. "Wir haben hier so nette Geschichten erfahren", sagt Christine Peter, deren Mutter aus Wehlen stammt.