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Berühmter Morbacher kehrt an die Quelle des Lebenswerks zurück

Berühmter Morbacher kehrt an die Quelle des Lebenswerks zurück

Bei der Freiluft-Vorführung von "Die andere Heimat" hat Filmregisseur Edgar Reitz einen Einblick in seine Emotionen gegeben. Der neu gegründete Freundeskreis der Edgar Reitz Filmstiftung will das Werk des Regisseurs bewahren.

Morbach. Eine acht mal vier Meter große Leinwand, große Plakate mit Szenebildern des Films "Die andere Heimat", 400 Stühle und einige Bänke: Zwei Abende lang hat sich die Morbacher Biergasse in ein voll besetztes Freilichtkino verwandelt.
Anlass war die Open-Air-Aufführung von "Die andere Heimat", dem mehrfach preisgekrönten Film des Morbacher Regisseurs Edgar Reitz. Bei idealen äußeren Bedingungen mit mediterran anmutenden abendlichen Temperaturen haben an beiden Abenden 350 zahlende Zuschauer sowie zahlreiche Ehrengäste einen nahezu perfekten Kinoabend erlebt.
Unter den Ehrengästen ist Regisseur Reitz selbst, begleitet von seiner Frau Salome Kammer. Sichtlich bewegt spricht er vor der Aufführung von einem unvorstellbaren, wunderbaren Moment. "Mein Film wird dort gezeigt, wo ich meine ersten Schritte gemacht habe." Der 81-Jährige erzählt von einer großen Runde, die er durch die Welt gemacht habe. "Ich komme zurück nach mehr als 80 Jahren", sagt Reitz. Heute merke er, dass dieser Ort, wo er geboren und aufgewachsen ist, die Quelle für sein Werk gewesen sei, sagt er. Die Zuschauer hören Reitz sowohl bei diesen Ausführungen als auch am zweiten Abend, als er Zuschauerfragen zum Film beantwortet, gebannt zu, bevor sie über die Schwarz-Weiß-Bilder des Films in die Welt der Hunsrücker von 1841 bis 1844 eintauchen. Als Überraschung sind am zweiten Abend mehrere Darsteller des Films anwesend und verteilen genauso wie der Filmregisseur zahlreiche Autogramme.
Anlässlich der Aufführung hat Bürgermeister Andreas Hackethal für den Morbacher Regisseur ein besonderes Geschenk parat: die Nachricht von dem wenige Tage zuvor gegründeten Freundeskreises der Edgar-Reitz-Filmstiftung. Zweck der Stiftung ist die Förderung von Kunst und Kultur, die Pflege und Verbreitung des filmischen Lebenswerks des Morbacher Regisseurs sowie die Förderung des filmischen Nachwuchses.
Die am weitesten angereisten Heimat-Fans sind die Londoner Ginnie Hole und Anthony Quincy. Sie haben ihren Urlaub als Rundreise an die Drehorte der Heimattrilogie geplant und zufällig von der Aufführung gehört. "Heimat eins, zwei und drei sind unsere Lieblingsfilme", sagen sie. "Die Atmosphäre und das Ambiente mit den Häusern rundum ist echt nett", sagt die Trierer Zuschauerin Ruth Frömberg. Der Hochscheider Hans-Georg Werner hat den Film schon gesehen, will sich aber die Aufführung vor dem Café Heimat nicht entgehen lassen und sagt: "Freilichtkino ist etwas herrliches." cst
Details zum Freundeskreis der Edgar Reitz Filmstiftung gibt es im Café Heimat in Morbach ebenso wie "Die andere Heimat" auf DVD oder Blue Ray.