Berufsmusiker des  Orchesters Trier an der Thalfanger Erbeskopf-Realschule

Bildung : Wenn Philharmoniker Schüler treffen

Berufsmusiker des  Orchesters Trier haben beim Projekttag  der Thalfanger Erbeskopf-Realschule plus Beruf und Musik vorgestellt.

Mit Neugier blicken die Schüler der 8. Klasse der Thalfanger Erbeskopf-Realschule plus auf Ursula Heckmann an ihrem Cello und Josef Bohn mit seinem Kontrabass. Die beiden Berufsmusiker vom Philharmonischen Orchester der Stadt Trier sind in den Hunsrück gekommen, um die Schüler über Musik und ihren Beruf zu informieren. „Wie oft üben Sie?“ will eine Schülerin wissen. „Ich übe heute nicht mehr. Ich mache jeden Tag 40 Minuten Gymnastik, damit ich fit bin fürs Instrument“, sagt Bohn. Heckmann ergänzt, dass sie während des Studiums sechs bis sieben Stunden am Cello geübt habe. „Es kostet viel Kraft“, sagt sie. Während die beiden Rede und Antwort stehen, haben ihre Kollegen Dirk Andert und Martin Form einen anderen Weg gewählt, um den Schülern der sechsten Klasse ihre Instrumente nahezubringen. Für den Beginn der Bläserserenade von Antonin Dvorak in D-Moll opus 44, die sie später in der Aula spielen werden, haben sie die Jungen und Mädchen eingebunden, die ihr Spiel an Klarinette und Oboe mit Boomwhackers begleiten. Das sind farbige Plastikröhren, die aufgrund unterschiedlicher Länge verschiedene Töne erzeugen. Überhaupt ist die ganze Realschule plus an diesem Tag musikalisch. Denn gleich elf Musiker vom Philharmonischen Orchester sind nach Thalfang gekommen, damit die Schüler im Rahmen eines Projekttages unter dem Konzertformat „Besuch für die Ohren“ die Musikprofis vom Theater Trier aus der Nähe erleben können.  Höhepunkt des Projekttages ist ein Konzert von elf Musikern des philharmonischen Orchesters unter der Leitung von Generalmusikdirektor Jochem Holstenbach in der frisch sanierten Aula der Schule

„Das ist das erste Mal, dass das Orchester an eine Schule geht“, sagt Carola Ehrt, seit dem Herbst 2018 Konzertpädagogin am Theater Trier. Der Kontakt zwischen Theater und der Thalfanger Schule ist durch private Beziehungen zustande gekommen. Bisher seien das mal einzelne Musiker in Verbindung mit ein oder zwei Klassen gewesen, aber noch nie eine solch große Besetzung mit einer ganzen Schule. „Wir wollen vermitteln, was ein Konzertmusiker macht und den jungen Leuten erklären, was sie aus der Musik herauslesen können.“ Viele Jungen und Mädchen hätten solche Instrumente noch nie live erlebt. „Eventuell in einem Musikverein, aber nicht im sinfonischen Bereich“, sagt sie. Die Schüler bekämen so einen anderen Zugang zur Musik, die sie eventuell sonst sogar ablehnen.

Schulleiterin Sabine Becker ist begeistert von dem Projekt, das die Musiklehrerin Monika Eiden für die Schule organisiert hat. Becker: „Ich bin total stolz, was hier bewerkstelligt wurde.“

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