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Beschaulicher Wohnort mit vielen Pluspunkten

ENKIRCH. In Enkirch können Kinder noch spielen wie anno dazumal und auch für die Eltern geht dank der intakten Infrastruktur manches etwas gemächlicher zu als anderswo. Von unserer Mitarbeiterin <br>URSULA SCHMIEDER

Grundschullehrerinnen sind gesucht: Und vermutlich könnte Britta Wambach auch in Enkirch arbeiten. Doch zieht sie es vor, zur Arbeit nach Kirchberg zu fahren: "Ich stell mir das schwierig vor, wenn ich die Kinder meiner Freundinnen in der Schule habe." Ein bisschen Abstand sei da schon gut, sagt sie.Alte Bauten und enge Gassen

Auch Ehemann Michael Müller nimmt für den Weg zur Arbeitsstelle bei Simmern einen weiteren Weg in Kauf. Allerdings hat der Erzieher zurzeit wegen dem zwei Jahre alten Silas "Elternzeit" bei der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe. Die junge Familie fühlt sich in Enkirch, dem Heimatdorf der Ehefrau, sehr wohl. Nach Jahren in Koblenz traf Britta bewusst die Entscheidung, wieder in den kleinen Moselort zu ziehen. Wobei die beiden Bach-Täler der Gemeinde ebenso eine Rolle spielten wie die ursprüngliche Bausubstanz. Und dass in Enkirch ihre Kinder eigentlich alles haben, was sie brauchen. Angefangen bei der Krabbelgruppe über den Kindergarten mit Über-Mittag-Betreuung bis zur vierklassigen Grundschule. Auch wenn diese mit derzeit noch 80 Schülern schon "bedenklich schrumpft", wie Michael feststellt.Ein Pluspunkt der Moselgemeinde ist, dass Kinder trotz des Verkehrs, der sich durch die engen Gassen quält, dort noch richtig schön spielen können. Beispielsweise Fußball auf der Straße, wie die neunjährige Jana erzählt. Natürlich ist sie auch oft auf einem der beiden Spielplätze anzutreffen. Am liebsten hält sich das Mädchen jedoch an der Mosel auf, baut Baumhütten, schwimmt im Fluss oder nutzt die Freizeitmöglichkeiten am Wohnmobilstellplatz. Dort können die Kinder einen Mountainbike-Parcours nutzen, Tischtennis oder Minigolf spielen.Während es die Älteren in den Jugendraum zieht, gehen die Jüngeren zu Kinderturnen, Fußball oder Musikunterricht. Neben dem Musikverein sind die Karnevalisten samt Prinzengarde und nicht zuletzt der Jugend- und Kulturverein "Firlefanz" sehr aktiv. Weiter stehen den Enkirchern Tennisclub, Theatergruppe oder kleine und große Winzertanzgruppe offen. Gefeiert wird meist am Moselufer - auf dem Festplatz mit Musikpavillon. Doch auch der Bürgersaal in der alten Schule und die Turnhalle werden viel genutzt. Im restlichen Jahresverlauf ist in Enkirch allerdings auch was los, wozu an die 20 gastronomische Betriebe samt Eisdiele und Musikkneipe beitragen. Überhaupt ist die Infrastruktur des rund 1800 Einwohner zählenden Dorfes sehr gesund. Sind andere Orte froh, einen Laden zu haben, gibt es hier meist gleich zwei - und das mit vielseitigem Warensortiment. Frisches Gemüse, Back- oder Wurstwaren gibt es ebenso gleich um die Ecke, wie Kleider und Schuhe oder Bücher und Computerbedarf. Außerdem hat der Ort zwei Autohändler, Elektriker und Bankfilialen sowie eine Poststelle.Was auch Urlauber zu schätzen wissen, die am Ort Ärzte und Zahnarzt samt Apotheke ebenso finden wie ein privates "Schnaps-Museum".Arbeitsplätze sind daher im Ort keine Mangelware, wie Karl-Heinz Weisgerber weiß. Obschon diese weniger in größeren Betrieben, denn in Handwerk und Einzelhandel zufinden sind. Für den Gemeindechef ist es daher selbstverständlich, im Ort genügend Bauland vorzuhalten. Erst kürzlich traf der Gemeinderat die Entscheidung, 20 neue Bauplätze auszuweisen.