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Beschicker von Spezialmärkten starten am Montag in Irmenach mit neuer Aktion.

Neue Aktion in Irmenach : Wegen Corona: Mobile Einkaufsstraße statt Markt

Beschicker von Spezialmärkten starten am Montag in Irmenach mit neuer Aktion.

Wenn der Gesetzgeber aufgrund der Corona-Pandemie Handelsmöglichkeiten einschränkt, dann ist Ideenreichtum gefragt. Wie bei Peter Sauer aus Irmenach. In seinem Heimatort organisiert der Gewürzhändler am Montag, 14. Dezember, von acht bis 18 Uhr gemeinsam mit dem Textilhändler Arno Schmitt aus Alterkülz, Rhein-Hunsrück-Kreis,  erstmals eine „Mobile Einkaufsstraße“.

Was verbirgt sich dahinter? An diesem Montag werden laut Ankündigung 19 mobile Händler in der Kirchstraße und der Trarbacher Straße ihre Waren anbieten. Möglich wird dies durch Privatleute, die ihre Grundstücke zur Verfügung stellen, beispielsweise in Hofeinfahrten oder vor Garagen. Gewerberechtlich sei das in Ordnung, bekam Sauer auf Anfrage bei den Behörden zur Antwort. Lediglich verkehrsrechtliche Vorschriften sollten dabei beachtet und der Verkehrsfluss auf Bundesstraßen nicht behindert werden.

Dabei handele es sich nicht um einen Markt, sagt Sauer. Denn Märkte werden mit Ausnahme von Wochenmärkten als Spezialmärkte eingestuft und sind verboten. Deshalb solle man die mobile Einkaufsstraße so verstehen wie eine Ladenzeile. „Sie gehen in ein Geschäft, ein Geschäft auf Rädern. Das ist am nächsten Tag dann wieder weg.“ Dabei stehen die Verkaufsstände auf Rädern nicht dicht an dicht.  Denn die Fahrzeuge stehen so, wie die Plätze von den Privatleuten zur Verfügung gestellt werden, also auch von der Bebauung und von Einfahrten, die nicht genutzt werden können, unterbrochen. Dabei gelten an den einzelnen fahrenden Geschäften mit Abstandhalten und Maskenpflicht die gleichen Corona-Regeln wie im stationären Handel auch.

Martin Kirst, Ortsbürgermeister von Irmenach, begrüßt die Initiative, genauso wie die Bürger seiner Gemeinde und der umliegenden Orte. „Sie freuen sich auf den Einkauf an der frischen Luft statt in überfüllten Geschäften und Einkaufszentren“, sagt er. Für Sauer und seine Kollegen ist die mobile Einkaufsstraße eine Chance, ihr Gewerbe fortzuführen. Vor Corona-Zeiten besuchte der Irmenacher Gewürzhändler zwischen 30 und 40 Märkte im Jahr, mit insgesamt etwa 80 Markttagen. Im Dezember fehlt ihm der Traben-Trarbacher Wein-Nachts-Markt, an dem er sonst vertreten ist. „Man muss einen Anfang machen, ein Zeichen setzen“, sagt er. Dörfer im ländlichen Raum in Hunsrück und Eifel seien prädestiniert für solche Aktionen, sagt er. Das Ziel ist es, mit der mobilen Einkaufsstraße dort Station zu machen. An der Mosel sei es durch die enge Bebauung schwieriger.

Für den ersten Stopp der fahrenden Einkaufsstraße in Irmenach am 14. Dezember sind folgende Produktgruppen angemeldet: Unterwäsche für Damen und Herren, Oberbekleidung, Socken und Strümpfe, Gewürze, Stahlwaren, Lederwaren, Mützen, Schals, Bürsten und Kurzwaren, Putztücher, Pfannen, Masken, modische Accessoires, junge Mode und Trachtenmode, Rapskissen sowie Nützliches für Katze und Hund.