Beschluss liegt auf Eis: Weiter freie Fahrt

Seit vielen Jahren wird in Traben-Trarbach über die Verkehrsregelung in der Brückenstraße diskutiert und gestritten. Vor zwei Jahren beschloss der Stadtrat, das Parken in der kleinen Einkaufsstraße mit Schranken und Parkautomaten zu regeln. Doch geschehen ist bislang nichts. Der Stadtrat hat das Thema auf unbestimmte Zeit vertagt.

Traben-Trarbach. Zwei Jahre ist es her, dass der Stadtrat einen grundsätzlichen Beschluss zur Verkehrsregelung in der Trarbacher Brückenstraße fasste: Autos und Motorräder dürfen außer an Wochenenden und an Feiertagen weiterhin durch die kleine Einkaufsstraße fahren. Dagegen stimmte seinerzeit die SPD-Fraktion, die den Verkehr und parkende Fahrzeuge während der Saison von 11 bis 18 Uhr aus der Straße verbannen will. Vorausgegangen war eine emotional geführte Diskussion in der Stadt, wie unter anderem bei einem vom Trierischen Volksfreund veranstalteten Bürgerforum im November 2006 deutlich wurde. Für die einen muss die Straße zwar verkehrsberuhigt, aber dennoch für Autos befahrbar sein, für die anderen muss der Verkehr draußen bleiben, damit die Straße den Charakter einer kleinen "Flaniermeile" bekommt.

CDU und FDP setzten schließlich eine Verkehrs- und Parkregelung mittels Schranken an der Ein- und Ausfahrt und Parkscheinautomaten durch. Die SPD-Fraktion favorisierte eine Lösung mittels absenkbarer Poller. Die VG-Verwaltung holte Angebote ein - die Pollerlösung würde demnach 78 500 Euro, die Schrankenlösung 53 000 Euro kosten.

Die SPD ist von der Pollerlösung abgerückt, nicht nur wegen der Kosten, auch wegen der technischen Schwierigkeiten, so Fraktionssprecher Hajo Weinmann. Die SPD favorisiert nach wie vor die Schließung der Brückenstraße für den Verkehr tagsüber während der Saison und will das Thema nach der Wahl erneut in den Stadtrat bringen. Auf die Frage, warum die von CDU und FDP-Fraktion beschlossene Schrankenlösung immer noch nicht realisiert wurde, sagt Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus: "Die technische Umsetzung gestaltet sich schwieriger als zunächst gedacht. Wir haben noch keine Garantie, dass das System auch funktioniert." Anlieger der Brückenstraße, die sich stets pro Fußgängerzone äußerten, reagieren inzwischen genervt, teilweise resignierend, wenn man sie auf das Thema anspricht. Reinfried Müllen (Café Müllen): "Ich mache das Spielchen schon 25 Jahre mit. Ich werde wohl auch in Zukunft damit leben müssen. Ich habe keine Lust mehr, mich weiter darüber aufzuregen." Natascha Klimek (Restaurant "Storcke Stütz") sagt: "Die Saison hat angefangen, und die Beschwerden werden kommen. Man wird sich wohl damit abfinden müssen, dass nichts passiert."