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Infrastruktur: Bessere Finanzen statt Verbot von Windkraft

Infrastruktur : Bessere Finanzen statt Verbot von Windkraft

Einnahmen aus erneuerbaren Energien fallen flach, die Kosten steigen: Deuselbach, Dhronecken und Lückenburg sind laut TV-Dorfumfrage knapp bei Kasse.

(doth) In Deuselbach ist ein großes Projekt abgeschlossen. „Der Ausbau der Ortsstraßen und die Ortsentwässerung sind nach drei Jahren geschafft“, ist Ortsbürgermeister Klaus Hölzemer erleichtert. Im neuen Jahr müsse man etwas kürzer treten, sagt er dem TV in der Dorfumfrage. Da ist die Ausstattung des Dorfgemeinschaftshauses mit einem WLan-Hotspot schon ein lohnendes Ziel für die 285-Einwohner-Gemeinde. Außerdem werden das Flüsschen im Unterdorf saniert und auch kleinere Aufgaben erledigt.

Einen Beitrag zur energetisch sauberen Zukunft zu leisten  ist Deuselbach nicht gelungen, denn, so Hölzemer: „Wir haben Versuche unternommen, Windräder und Photovoltaik bei uns zu installieren.“ Letzteres scheiterte an der örtlichen Landwirtschaft, ersteres an der Ablehnung durch die Landesregierung mit der Begründung, dass diese  trotz vorhandener Genehmigung in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück liegen.

Bezüglich der Kommunalreform hat sich Deuselbach als zweite Gemeinde entschieden, sich Morbach anzuschließen. „Das war vor ewigen Zeiten“, konstatiert der Ortschef und fragt: „Das Land hat die Kommunalreform noch nicht fertig und fängt schon mit der Kreisreform an. Was soll das?“

Auch Dhronecken zieht bei der Windkraft den Kürzeren. „Wir hätten die Möglichkeit gehabt, gemeinsam mit Burtscheid und Hilscheid einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“, bedauert Ortsbürgermeister Detlef Jochem die Änderung des Flächennutzungsplanes. Das 130- Einwohner- Dorf profitiert jedoch, wie alle Thalfanger Kommunen ohne „Weiße Riesen“ vom Solidarfonds Windenergie der Verbandsgemeinde Thalfang. Was Jochem freut, ist die fertig sanierte Erbeskopf-Realschule in Thalfang, wovon auch Kinder aus Dhronecken profitieren: „Das erspart lange Fahrzeiten zu einer anderen Schule.“ Im abgelaufenen Jahr konnten viele, schon länger aufgeschobene Maßnahmen erledigt werden. So etwa der Anstrich der Fenster und Türen im Bürgerhaus, der Neuanstrich des Glockenturmes und die Erneuerung der Brücke über den Thalfanger Bach.

Bei der Aufzählung von Problemen fällt Jochem als erstes die Kommunal- und Verwaltungsreform ein, aber auch der demografische Wandel und damit verbundener Leerstand im Dorf.

Wie viele andere Amtskollegen auch  bemängelt der Ortschef die magere Finanzausstattung, obwohl die Steuereinnahmen immer noch sprudeln. Zur Bewältigung der Pflichtaufgaben wie Umlagen für Kreis und Verbandsgemeinde, die Grundschule, Kita und Zweckverbände komme nicht genug in den Dörfern an, um Haushaltsdefizite zu mindern und die Liquiditätskredite nicht weiter steigen zu lassen.

Richtig stolz ist Reiner Roth und seine 96 weiteren Lückenburger auf den kulturhistorischen Wanderweg, der über alte Landnutzung informiert. „Der Erfolg ist durch die vielen Wanderer ersichtlich“, sagt er.

Bei den Einnahmen sieht es auch in diesem kleinen Dorf mau aus. „Leider hat unser Wald durch Käferbefall und Windwurf sehr gelitten“, bedauert Roth, was bedeutet: „In 2019 wird die Aufarbeitung der Schäden alle Energie und finanziellen Mittel verbrauchen.“

Die Windkraft ist auch in Lückenburg bislang ein Traum geblieben. Dabei könnten gerade diese Einnahmen helfen, hier und anderswo finanziell wieder auf die Beine zu kommen.