Besserer Blick ins Schleusenloch

Die größte Baustelle im Kreis Cochem-Zell wird begehbar. Es entsteht eine Fußgängerbrücke aus Fankel direkt zu einer Aussichtsplattform an der gewaltigen Baugrube für die zweite Schleusenkammer.

Bruttig-Fankel. Die Großbaustelle für die zweite Schleuse vor Bruttig-Fankel wird jetzt auch publikumswirksamer: Derzeit wird an der Fußgängerbrücke aus Fankel heraus in Richtung Mosel gearbeitet. Die Brücke überspannt die L 98 zwischen der Moselstraße in Höhe des Hotels Ostermann und soll bis an die Schleusenkammer führen. Dort soll eine Aussichtsplattform entstehen, die Einblicke in die mächtige, bis zu 15 Meter tiefe Grube zulässt.Bei Hochwasser würde die Arbeit teilweise ruhen

"Die Brücke ist für unsere Öffentlichkeitsarbeit", erklärt der Bauingenieur Gregor Finke von der Bauüberwachung des Wasser- und Schifffahrts-amts Trier. Immer wieder kommen ganze Besuchergruppen, von Universitäten, Organisationen, Gewerkschaften bis hin zu heimischen Pfadfindern, um sich über die größte Baustelle im Kreis zu informieren. "Es gibt da jede Menge Anfragen", sagt Finke. Die Konstruktion aus auf drei Säulen liegenden Doppel-T-Stahlträgern mit einem hölzernen "Trog" für die Fußgänger oben drauf soll in etwa drei Wochen fertig sein und für die gesamte restliche Bauzeit des 45-Millionen-Projekts stehen bleiben. 2009 soll das Jahrhundertbauwerk zum ersten Mal geflutet, ein Probebetrieb aufgenommen werden."Von der Plattform kann man bis in die Sohle der Baugrube blicken", erklärt Finke. Auch sollen entsprechende Infotafeln aufgestellt werden.Und die Baugrube ist eindrucksvoll. Die erste Lage der "Rohrsteifung" aus insgesamt 38 gewaltigen Rohren mit einem Durchmesser von 70 Zentimetern, einer Wandstärke von 12,5 Millimetern und einer Länge von durchschnittlich 22 Metern ist eingeklemmt. Damit werden die Wände der Baugrube stabilisiert und versteift. Auch Stahl ist inzwischen da. Vor einigen Wochen stagnierte der Nachschub wegen der hohen weltweiten Stahlnachfrage. "Auch das Material für die zweite, untere Lage ist eingetroffen. Wir liegen wieder voll im Zeitplan", sagt Finke.Ansonsten sind noch immer die Aushubarbeiten im Gange. Ein großes Bohrgerät ist noch für den unteren Vorhafen im Einsatz, das Bohrpfähle für die rund 300 Meter lange Wand im Moseluferbereich herstellt. "Der Lärm ist nicht mehr so stark wie im vergangenen Winter, als wir bis zu sieben dieser Großgeräte im Einsatz hatten", sagt Finke vom WSA.Jetzt hoffen die Bauleitung und die rund 50 Beschäftigten der Arbeitsgemeinschaft aus der Spezialfirma Bunte und der Treis-Kardener Firma Schnorpfeil, dass auch in diesem Winter ein Mosel-Hochwasser ausbleibt. Zwar ist das große Loch für die künftige Schleusenkammer durch die Baugrubenumschließung weitestgehend hochwassersicher, doch die Arbeiten am unteren Vorhafen müssten dann eingestellt werden.