Besucher können ins tiefe Innere eines Vulkans schauen

Eckfeld · Das Eckfelder Trockenmaar ist das älteste, bislang bekannte in der Eifel. Hier wird seit kurzer Zeit wieder gegraben. Auf neue Sensationen wie die älteste Honigbiene der Welt oder ein neues Urpferdchen aus dem tropischen Zeitabschnitt des Eozän vor 55 bis 34 Millionen Jahren müssen die Forscher noch warten. Nun gewährten sie Einblicke für Besucher. 150 Interessierte nutzten das Angebot.

Eckfeld. Der Rand des ehemaligen Eckfelder Maares, das seit Jahrhunderten ausgetrocknet ist, ist stufenförmig nach oben geführt. Auf der vorletzten Stufe knien die drei Studentinnen Luise aus München, Julia aus Bochum und die Spanierin Maria, die in Aachen studiert. Sie tragen mit einem feinen Messer eine dünne Schicht nach der anderen ab, spalten die meist aus Stein bestehenden Schichten nochmal auf, kontrollieren und werfen ihren Fund in einen Eimer. "Außer ein paar Abdrücken von Blättern, davon gibt es schon Tausende, nichts gefunden", ist Maria enttäuscht. Julia erklärt: "Ich studierte Geologie und brauche meine Praktika, die ich in den vier Wochen hier bekomme". Ulrike Jäger, die Präparatorin von der Landessammlung für Naturkunde in Mainz ist seit Jahren die Grabungsleiterin in Eckfeld. Sie erläutert: "Wir graben hier am Rand des ehemaligen Maares, das uns die Entwicklung der Erde vor rund 50 Millionen Jahren wie ein Buch zeigt. Deutlich farblich unterschieden sind die Ablagerungen zu sehen: Kies und danach Sand als die schwereren Materialien ganz unten und die feinen Überreste von Pflanzen darüber. Da kann es aber auch immer einmal sein, dass am Seerand ein Tier, wie damals die Honigbiene oder das Seepferdchen, mit reingerutscht sind und sich so über die 50 Millionen Jahre erhalten hat."
Die Münchener Gisela und Helmut Tann besuchen seit Jahren die großen Vulkane in Europa und sind diesmal ganz gezielt angereist. "Hier können wir einmal ganz genau ins tiefe Innere eines Vulkans schauen". Bernhard Hüttmann ist mit seinem elfjährigen Enkel Lucas da und sammelt aus den übriggebliebenen Ausgrabungen fleißig die Blattablagerungen. "Ich nehme die nach den Ferien mit in die Schule", sagt Lucas.
"Es wird in Eckfeld weitergehen, auch wenn wir auf die Jahr für Jahr neuen Finanzierungsrichtlinien des Landes warten müssen", erzählen Dr. Herbert Lutz, der stellvertretende Museumsdirektor und Leiter der geologisch-paläontologischen Grabungen und Dr. Martin Koziol, der Leiter des Maarmuseums Manderscheid den Gemeinderäten, die sich am Ende des Tages über eine Sonderführung freuten. ksExtra: Für Kinder

Die Eifelmaare sind durch Vulkanausbrüche entstanden. Das ging vor 50 Millionen Jahren los. Der letzte Ausbruch war vor 11 000 Jahren. Dabei entstand das Ulmener Maar. Bricht ein Vulkan aus, wird geschmolzenes, rotglühendes Gestein, das man Magna nennt, aus dem Erdinneren heraus an die Erdoberfläche geschleudert. Dadurch entstehen vulkanische Berge in Kegelform. In der Mitte des Kegels befindet sich eine trichterförmige Öffnung, der Krater. Er füllt sich nach und nach mit Wasser. So ensteht ein Maar. Das Eckfelder Maar ist ein Trockenmaar. Es ist vor etwa 45 Millionen Jahren entstanden und ausgetrocknet. Im Erdreich am Rand des Maares können die Wissenschaftler jetzt feststellen, welche Pflanzen damals gewachsen sind und welche Tiere gelebt haben. Daran wiederum haben die Wissenschaftler ausgerechnet, dass damals bei uns ein tropisches Klima geherrscht hat. Es war also das ganze Jahr über so warm wie heute in der Mitte Afrikas. ks