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Besucherandrang bei Keller Gewerbeschau

Besucherandrang bei Keller Gewerbeschau

Die heimische Wirtschaft ist zu starken Leistungen fähig. Das haben 74 Firmen bei ihrem Auftritt auf der vierten Gewerbeschau der Verbandsgemeinde (VG) Kell am See unter Beweis gestellt und dabei die Massen mobil gemacht. Mit geschätzten 14 000 Besuchern haben sich die Erwartungen der Veranstalter mehr als erfüllt.

Kell am See. "Unser Raum hat eine gesunde und stabile Wirtschaft, auf die wir stolz sind. Bei uns gibt es viele kreative Betriebe, die eine gute Mischung an Waren und Dienstleistungen bieten." Dieses Urteil fällte Werner Angsten schon bei der Eröffnung der vierten Keller Gewerbeschau. Dass die Vorschusslorbeeren des VG-Chefs berechtigt waren, davon konnten sich bis Sonntagabend die Besucher auf dem 3000 Quadratmeter großen Messegelände überzeugen. In der Keller Sporthalle, einer Zelthalle und im Freien hatten 74 Firmen ihre Stände aufgebaut. Das war eine neue Rekordzahl für die Veranstaltung, die nur alle vier Jahre stattfindet und im Auftrag der VG erneut von den Profis der baden-württembergischen Firma Dörr und Koltes organisiert wurde.

Die Betriebe: Auf geballtem Raum gab es für die Schaulustigen bei freiem Eintritt ein breites Spektrum an Branchen zu sehen, die ihre Arbeit und ihre neuen Produkte vorstellten. Die Palette reichte dabei vom kleinen Familienbetrieb - etwa der Brennerei Marx aus Oberzerf über viele mittelständische Handwerksfirmen mit allein fünf Schreinern oder Tischlern bis hin zu den zwei großen Industrieunternehmen in der Region: dem Stoßdämpfer-Hersteller Bilstein aus Mandern und der Firma Komage, die große Pressen produziert und von Kell aus in die ganze Welt liefert. "Wir können hier nichts verkaufen und treffen hier auch nicht auf Kunden", betont Komage-Chefin Margit Gellner. Trotzdem sei der Auftritt bei der Schau Ehrensache: "Wir drücken damit als Unternehmen aus der Region unsere Identifikation mit der VG Kell aus." In einem Punkt habe die Messe aber auch für Komage einen wichtigen Nutzen: "Wir wollen hier werben, um gute Auszubildende für uns zugewinnen."
Wie gewohnt wurde auf ein ablenkendes Bühnenprogramm komplett verzichtet. Stattdessen stand die unaufdringliche, aber kompetente Beratung an den Ständen im Vordergrund. Einige Handwerker haben selbst während der Messe noch richtig geschafft. Beispielsweise konnten die Besucher zuschauen, wie Sascha Nikolai aus Onsdorf Schieferplatten bearbeitet.
Zwar fehlte diesmal die Hermeskeiler St. Josef-Klinik, deren Stand mit Vorführungen zu Gelenkoperationen bei der Gewerbeschau 2008 eine der begehrtesten Anlaufadressen für Besucher war. Es gab aber Ersatz genug. Zum Beispiel war erstmals auf dem Freigelände mit den Gebrüdern Barth (Weiskirchen) ein Autohändler mit von der Partie. Etliche Betriebe stellten zudem ihre neuen Ideen und innovative Produkte vor. Exemplarisch sei dafür das Bett von Schreiner Andreas Adams (Schillingen) genannt, das sich in Sekunden in einen Schreibtisch verwandelt. Die Firma Hees und Peters (Trier) hatte eine Haustür im Angebot, die nur durch Fingerabdruck geöffnet wird. Blickfang beim Radgeschäft Karos (Kell) war ein edles E-Bike für 7000 Euro.

Die Besucherstimmen: Viel Lob für die Messe vor der eigenen Haustür hatte Thomas Köhler (Kell) parat. "Ich bin nicht gezielt wegen etwas Bestimmtem gekommen, habe aber zum Beispiel mal nach neuen Bädern oder Fliesen geschaut. Das Angebot ist gut. Es sind fast alle Sparten da." Johann-Peter Göldenitz aus Geizenburg sah das genauso: "Ich gehe oft auf Messen und war am Freitag auch in Wittlich. Die Gewerbeschau hier in Kell ist einwandfrei organisiert und es gibt viele schöne Stände." Er habe sich besonders für eine neue Heizung interessiert und bei zwei Firmen viele Informationen erhalten, so Göldenitz.

Das Fazit: Was den Publikumszuspruch anging, folgte die Keller Messe einem typischen Muster. Am Samstag ging es noch etwas ruhiger zu. Hochbetrieb herrschte dann vor allem am Sonntagnachmittag in den Hallen. Aus
Sicht der meisten Aussteller ist die Schau gutgelaufen. So sagt der Baldringer Schreiner Michael Hennen: "Wir waren alle vier Mal bei der Gewerbeschau dabei, und es hat sich bisher immer gelohnt. Auch jetzt hatten wir wieder viele gute Kundenkontakte."
Christa Petry, Besitzerin eines Ofenladens in Kell, war ebenfalls zufrieden: "Die Schau war ein Gewinn für uns." Messe-Macher Walter Koltes und Angsten betonten gestern Abend, dass sich ihre Erwartungen "mehr als erfüllt haben und die Resonanz überwältigend war". Beide schätzen, dass insgesamt 14 000 Besucher da waren.