Besucherrekord beim Merscheider Markt

MERSCHEID. Mit 30 Vieh- und ebenso vielen Verkaufsständen erreichte der traditionelle Merscheider Markt einen neuen Besucherrekord. Nach rund 3000 im vorigen Jahr, schauten sich am Samstag zwischen 4000 und 5000 Menschen bei Hühnern, Schafen und Kühen um.

Das Wetter spielt natürlich immer eine Rolle, wenn es darum geht, wie viele Menschen sich zu einem Marktbummel entschließen. Das weiß auch Matthias Schabbach, der Koordinator des Merscheider Marktes. Und die Organisatoren hatten Glück: Am Wochenende hätte das Wetter wirklich nicht besser sein können. Dennoch waren die Macher des Merscheider Markts von der geschätzten Besucherzahl von 4000 bis 5000 Menschen überrascht. Und die Marktbummler kamen nicht nur vom Hunsrück. "Der Markt hat so eine tolle, gemütliche Atmosphäre", lobte eine Frau aus Bad Kreuznach und versprach, dass sie im nächsten Jahr wiederkommen wolle.Mancher Händler ist schon seit Jahrzehnten dabei

Einer, der schon seit Jahren wiederkommt, ist Georg Beerenbrink mit seinen Legehühnern, Mastgeflügel und Puten. Der aus dem Kreis Paderborn stammende Nutzgeflügelhändler kommt schon seit 1946 in den Hunsrück und ist in Merscheid seit 1957 jedes Jahr präsent. Was für ihn dank der Niederlassung in Kinderbeuern nicht allzu aufwändig ist. "Wir haben schon Land und Leute hier kennen gelernt", sagt der Händler schmunzelnd. Spricht‘s, und "angelt" sich das nächste Huhn aus dem Käfig, um es dem Käufer - fein säuberlich in einen verschnürten Karton verstaut - zu übergeben. Bei Ulrike und Mirko Felzen gibt es zwar nichts zu kaufen - Gedränge herrscht aber dennoch. Denn gegen Streicheleinheiten für ihre Tiere haben die beiden nichts einzuwenden. "Wir stellen hier nur aus", erklärt die Graacherin, deren Schafe sich auf dem heimischen Grundstück umweltschonend dem Gras annehmen. Kevin und seinen kleinen Bruder Armin zieht es zu den Gänsen und Hühnern hin. Nur allzu gern hätten die Kinder aus Morbach selber welche. Ein Traum, der sich für Olaf längst erfüllt hat. Der Elfjährige aus Dhron ist Mitglied im Kaninchenzuchtverein Monzelfeld und hat mit seinen Brüdern 16 dieser Langohren. "Ich verkauf die auch", erzählte er stolz. In Merscheid zeigt er allerdings nur seine Meerschweinchen. Vereinskollege Gerd Loch hatte dagegen einen Teil seiner rund 100 Dalmatiner Rex und Mecklenburger Schecken Rot-Weiß dabei. "Und Peking Enten - das sind die beliebtesten zum Essen", so der Morbacher. Den Wunsch nach einem "Mourra", einem Muttertier, seiner Schecken konnte er sofort erfüllen. "Bis zum Frühjahr kannst du decken lassen - da sind die acht Monate alt", gab er dem Käufer Ferdinand Brandely mit auf den Weg. 60 Stände waren beim Merscheider Markt vertreten, wobei sich die Zahl der Vieh- und Krammarktstände in etwa die Waage hielt. Das Angebot reichte von der Stecknadel bis zum ausgewachsenen Rindvieh und vom Mini-Pferd bis zum Rasse-Hengst. Die Händler, die in Merscheid mit einem Standgeld von 15 bis 40 Euro dabei sind, seien zufrieden gewesen, so Schabbach. Neben dem Marktgeschehen kamen die schon traditionellen Reiterspiele sehr gut an. Der in diesem Jahr erstmals verpflichtete Cowboyreiter, der demonstrierte wie Pferde als Viehhüter und Treiber arbeiten, soll auch bei künftigen Märkten wieder dabei sein. Und denjenigen, die in diesem Jahr das Leistungs-Pflügen vermissten, das bis auf Bundesebene ausgetragen wird, sei verraten, dass dieses nur alle zwei Jahre ausgetragen wird. Also im nächsten Jahr einfach wiederkommen.