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Besucherrekord im Mittelmosel-Museum

Besucherrekord im Mittelmosel-Museum

Das Mittelmosel-Museum in Traben-Trarbach hat einen neuen Besucherrekord verzeichnet. Im Juli wurden in der Barockvilla Böcking erstmals mehr als 1000 zahlende Besucher in einem Monat gezählt.

Traben-Trarbach. Als Marlene Eisenkraemer in diesen Tagen die aktuellen Besucherzahlen der Barockvilla Böcking in Traben-Trarbach addierte, mochte sie das Ergebnis zunächst selbst kaum glauben. Allein im Juli hatten nicht weniger als 1037 reguläre Gäste das altehrwürdige Kaufmannshaus in der Trarbacher Casinostraße besichtigt. Nicht eingerechnet sind die Besucher der Museumskonzerte oder sonstiger Veranstaltungen mit freien Eintritt.
"Das ist ein neuer Rekord für das Mittelmosel-Museum", sagt die Seniorin, die seit 2010 für den Museumsverein die Besucherstatistik führt: "Im Vorjahr waren es im gleichen Monat gerade einmal 512 Gäste." Auch wenn die regnerische, alles andere als sommerliche Witterung der vergangenen Wochen die Besucherzahlen zweifellos mit beeinflusst haben mag, glaubt Eisenkraemer den Grund für den unverhofften Gästeansturm jedoch durchaus auch anderswo suchen zu können: "Das liegt an den neuen Werbebannern", ist sich die Vorstandsdame sicher: "Das wird uns immer wieder auch von den Besuchern selbst bestätigt." Bewiesen werde dies nicht zuletzt auch dadurch, dass man selbst im durchweg sonnigeren Juni ebenfalls 720 Museumsgäste gegenüber 430 im Vorjahr gezählt habe.
Seit Beginn der diesjährigen Öffnungssaison weisen im Stadtbereich von Traben-Trarbach insgesamt vier Werbebanner auf die Barockvilla Böcking hin, die von Museumsleiter Christof Krieger in Zusammenarbeit mit der heimischen Firma Blickfang gestaltet wurden. "Dass sich die Banner nicht nachteilig auf die Gästezahlen auswirken würden, war uns schon klar", sagt Krieger. "Aber damit, dass das so einschlägt, hat wirklich niemand gerechnet." Für den 40-Jährigen ist dieser unverhoffte Erfolg nicht zuletzt auch ein Beweis für die Richtigkeit seines neuen Museumskonzepts. "Das Alleinstellungsmerkmal unseres Hauses, das das Museum für die gesamte Moselregion und darüber hinaus einzigartig macht, ist nun einmal die bürgerliche Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts."
Vor diesem Hintergrund erkläre sich auch die Auswahl der beiden Fotomotive, die neben dem Musiksalon mitsamt dem historischen Hammerflügel das Barock-Portrait der Böcking-Schwiegertochter Ernestine von Scheibler zeigen. "Auf diese Weise wollen wir vor allem auch Gäste ansprechen, die normalerweise nicht zu den regulären Museumsbesuchern zählen", erläutert der studierte Historiker: "Ist doch damit von vornherein klargestellt, dass im Mittelmosel-Museum nicht nur die ansonsten üblichen Vitrinen und Schautafeln ausgestellt werden." Ausgehend von dem Erfolg seiner Strategie hält Krieger es für sinnvoll, im nächsten Jahr das gesamte Werbematerial des Museums dementsprechend umzustellen, zumal sich die Kosten der Banner von rund 1000 Euro bereits in wenigen Wochen amortisiert hätten. Die Stadt als Trägerin des Museums könne in diesem Jahr allein aufgrund der Banner mit Mehreinnahmen von rund 5000 Euro rechnen, zeigt sich der Museumsleiter überzeugt. Und dies, ohne dass der Stadt dabei irgendwelche sonstigen Mehrkosten entstünden: "Die einzigen zusätzlichen Ausgaben sind die für den Druck neuer Eintrittskarten", sagt Krieger lächelnd. red