Betreuung ist das Wichtigste

WITTLICH. Die Begegnungsstätte "Haus der Jugend" ist Treffpunkt für Jugendliche in Wittlich. Wer nutzt das Angebot und was genau gibt es im "HdJ" zu entdecken? Der TV hat nachgefragt.

"Hey, schalt' die Mucke wieder ein", schallt es durch den Eingangsbereich. Mehrere Besucher lauschen der Reggae- und Rapmusik. Die "fetten Beats" laden zum Mitwippen ein, Bands wie "Blumentopf" stehen auf dem Programm. "Alle sind eingeladen, egal wie alt oder welche Schule", sagt Hans-Josef Floter, der im Haus der Jugend nur als "Flutsch" bekannt ist. Er ist seit vielen Jahren verantwortlich für das Jugendzentrum und mit den Jugendlichen eng verbunden. Im letzten Jahr zog das HdJ in die Kurfürstenstraße um. Das Haus bietet mehr Platz und der Hauptsaal hat im Gegensatz zu früher viele Fenster. "Die Räume sind heller, das ist einfach besser, außerdem sind wir hier ganz in der Nähe des Busbahnhofs", beschreibt Flutsch die neue Lage. Wenn man ins Haus der Jugend kommt, erwarten einen Tische und Stühle, eine kleine Bühne und eine Bar mit recht günstigen Getränken. In Nebenräumen sind Tischtennis- und Kickeranlagen sowie Ruhe- bzw. Arbeitsplätze zu finden. "Wir bieten einen Internetzugang für einen Euro die Stunde, Zeitungen, eine Musikanlage und, was ganz wichtig ist, Betreuung", sagt Flutsch. Die Mitarbeiter des Hauses der Jugend sind Gesprächspartner für Probleme und Geschichten aus dem Leben der Besucher: "Seit Jahren zeigt sich, dass einige Jugendliche Fragen zum Einstieg ins Berufsleben haben. Anderen liegen eventuell Probleme in Schule oder Elternhaus auf dem Herzen. Da wollen wir Hilfe leisten", sagt Flutsch. Nach dem Umzug im letzten Jahr hat man sich um eine Besucherstatistik bemüht: Täglich kommen um die hundert Jugendliche vorbei, 20 davon gehören zum regelmäßigen Stamm. "Insbesondere Haupt- und Realschüler sowie arbeitslose Jugendliche besuchen uns. Das ist vielleicht ein Grund, warum viele Gymnasiasten oder andere Kinder uns hier schnell als ,Assibude‘ abstempeln". Damit spricht Floter ein Problem an, das viele Jugendtreffs haben. "Da will ich nicht hin, das sind doch nur blöde Typen und Gangs im Haus der Jugend", meint etwa ein 15-Jähriger in der Innenstadt. Auf die Frage, was gegen derartige Ablehnung zu tun sei, entgegnet Flutsch: "Klar, wenn mehr Leute vom Gymnasium oder der Realschule hier wären, wäre die Stimmung sicher anders. Diese Schüler leben aber in einer ganz anderen Situation. Sie haben Freunde, ein gutes Elternhaus und können sich ihre Freizeit selber organisieren. Von da kommt natürlich weniger Zulauf."Spezielle Aktionen werben für Jugendarbeit

In den letzten Jahren wurden mehrere Aktionen im Haus der Jugend schon zur Tradition. Mitternachts-, und Streetballwettbewerbe sollen Spaß am Sport und den Fair-Play-Gedanken fördern. "Bei solchen Events wollen wir bei Jugendlichen werben und den Teamgeist verbessern", sagt Flutsch. Im Herbst starten außerdem musikalische Angebote. Für Bass, Gitarre und Schlagzeug werden Workshops angeboten, in unregelmäßigen Abständen werden lokale Bands spielen. Für die Zukunft hat der Jugendbetreuer noch eine weitere Idee: "Wir wollten unbedingt mal ein Festival auf dem großen Parkplatz hinter dem Haus veranstalten", sagt er. Informationen zum Haus der Jugend und zu aktuellen Ereignissen bietet die Internetseite www.hdj-wittlich.de