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Bettina Brück: Das können wir noch schaffen

Bettina Brück: Das können wir noch schaffen

Bettina Brück aus Thalfang tritt erneut für die SPD im Wahlkreis 23 als Direktkandidatin für die Landtagswahl an. Seit 2006 ist die 48-Jährige Landtagsabgeordnete. Der Wahlkreis 23 umfasst die Verbandsgemeinden Bernkastel-Kues, Thalfang, Kirchberg und die Einheitsgemeinde Morbach.

Diesmal wird es richtig schwer für die SPD. Immer noch liegt sie in den Umfragen deutlich hinter der CDU. Bettina Brück ist dennoch optimistisch. "Wir können das noch schaffen, und wir werden dafür kämpfen, dass Malu Dreyer Ministerpräsidentin bleibt."

Malu Dreyer - der Name fällt immer wieder. Sie ist das Zugpferd der Sozialdemokraten, sie steht im Mittelpunkt des SPD-Wahlkampfes. "Wer Malu Dreyer als Ministerpräsidentin möchte, muss bei der SPD sein Kreuzchen machen", sagt Bettina Brück.

Dass sie selbst den Wahlkreis 23 direkt gewinnt, ist allerdings sehr unwahrscheinlich. Zweimal musste sie sich von Alex Licht (CDU) geschlagen geben - auch 2006, als die SPD im Land ein fulminantes Ergebnis einfuhr und auch im Wahlkreis 23 bei den Zweitstimmen deutlich vor der CDU lag. Aber sie steht auf Platz 19 der Landesliste - ein Platz, der, wenn die SPD nicht gerade ein katastrophales Ergebnis einfährt, für den Wiedereinzug in den Landtag reichen müsste.

Bettina Brück sagt: "Wir wollen die rot-grüne Regierung fortsetzen." Dass das zurzeit sehr unwahrscheinlich ist und eine große Koalition am realistischsten, weiß sie auch. Deshalb fügt sie an: "Mal sehen, wie die Wähler entscheiden. Alles andere wird sich zeigen."

Bettina Brück stammt aus einer ursozialdemokratischen Familie. Ihr im Jahr 2005 verstorbener Vater Reiner Brörmann war lange im Gemeinderat und im Verbandsgemeinderat Thalfang aktiver Kommunalpolitiker. Dass seine Tochter in der SPD eine solche Karriere hingelegt hat, hat er nicht mehr erlebt. Brück: "Er wäre sicher stolz gewesen."

Auch sie ist in der Kommunalpolitik engagiert - unter anderem ist sie seit 1994 Mitglied im VG-Rat Thalfang und im Kreistag. Brück: "Als Landespolitiker muss man sich in der Kommunalpolitik auskennen."

Schwerpunkt der zweifachen Mutter ist die Bildungspolitik. Als bildungspolitische Sprecherin ihrer Fraktion meldet sie sich stets zu Wort, wenn es um die Themen Schulen und Kindergärten geht. Sie ist stolz auf das Erreichte. Rheinland-Pfalz habe prozentual die meisten Ganztagsschulen aller Bundesländer, und bei schulischen Vergleichsstudien schneide das Land stets sehr gut ab. "Der Weg der SPD-geführten Landesregierung, keine Kita-Gebühren für Kinder ab zwei Jahren zu verlangen, ist im Sinne der Familien", sagt sie.

Im Wahlkampf steht auch der Flüchtlingsstrom - das zurzeit alles überragende Thema - im Vordergrund. Während Bundeskanzlerin Angela Merkel aus den eigenen Reihen zunehmend Kritik erfährt, lobt Bettina Brück sie in dieser Frage. Brück: "Die Bundeskanzlerin hat Haltung bewiesen, Hut ab." Die Vorschläge von Julia Klöckner, die sich mit ihrem "Plan A2" für eine restriktivere Grenzpolitik einsetzt, hält sie für populistisch. Brück: "Sie versucht, sich jetzt von der Kanzlerin abzugrenzen."Landtagswahl 2016


Und was hält sie von einem von Klöckner geforderten Burka-Verbot für muslimische Frauen? "Die Burka lässt sich nicht per Verbot oder Gesetz ausziehen, das kann nur die Trägerin selbst. Wir unterstützen Frauen bei der Gleichberechtigung und Durchsetzung ihrer Rechte und kämpfen gegen jede Form der Diskriminierung", sagt sie.
Den anhaltenden Zuspruch für die AfD sieht sie mit großer Sorge. "Diese Partei spielt mit den Ängsten der Menschen. In der Politik gibt es aber keine einfachen Lösungen. Platte Sprüche helfen nicht."Extra

Die SPD-Kandidatin Bettina Brück, 48 Jahre alt, wohnt in Thalfang, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie ist seit 2006 Mitglied des Landtages, seit 1994 Mitglied des Kreistages Bernkastel-Wittlich und des VG-Rates Thalfang. Seit 2010 ist sie Kreisvorsitzende der SPD.