Bettina Brück ist drin

BERNKASTEL-KUES. Nicht nur im Land, auch im Wahlkreis 23, dem die Verbandsgemeinden Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach, Neumagen-Dhron, Thalfang, Kirchberg und die Einheitsgemeinde Morbach angehören, hat die SPD deutlich zulegen können. Die CDU musste herbe Verluste hinnehmen. Dennoch: Das Direktmandat geht wieder an Alex Licht. Große Wahlgewinnerin ist aber Bettina Brück, die über die Liste ebenfalls in den Landtag einziehen wird.

Zunächst geträumt, dann gehofft und gekämpft und schließlich gewonnen: Bettina Brück aus Thalfang wird als SPD-Abgeordnete in den Landtag einziehen. Mit ihrem Listenplatz 44 hatte sie eine mehr als unsichere Ausgangsposition. Und dass sie den Wahlkreis 23 direkt gewinnen könnte, war nahezu ausgeschlossen. Dennoch hätte auch das fast geklappt, denn sie liegt beim Erststimmenergebnis nur 1,7 Prozent hinter dem CDU-Platzhirsch Alex Licht. Nach dem grandiosen Wahlsieg der SPD hat auch sie es geschafft. Sie wird neben Alex Licht, der seit 1991 im Landtag ist, die Region in Mainz vertreten. Für Günter Rösch dürfte damit ein Traum in Erfüllung gegangen sein. Der altgediente SPD-Kämpfer zieht sich in den Ruhestand zurück, auf seinem Abgeordnetenstuhl nimmt nun Bettina Brück Platz. Bettina Brück saß gestern kurz nach 18 Uhr, als die ersten Hochrechnungen über den Bildschirm flimmerten, mit Ehemann Rolf und den Söhnen Johannes und Matthias in ihrem Wohnzimmer. Etliche Glückwunsch-E-Mails waren bereits eingegangen. "Die Arbeit hat sich gelohnt", waren ihre ersten Worte gegenüber dem TV. Ihren Posten als Diplom-Verwaltungswirtin bei der Deutschen Post wird sie aufgeben. Die Politik wird nun ihr Hauptberuf Ganz anders die Stimmungslage bei Alex Licht. Er war gestern Abend in Mainz und erlebte dort hautnah das Wahldesaster und die gedrückte Stimmung der Parteimitglieder. "Das hätte ich nicht erwartet. Ich hatte im Wahlkampf ein anderes Gefühl", lautete seine erste Stellungnahme. Zu Christoph Böhr, der unmittelbar nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen Fraktions- und Parteivorsitz zur Verfügung stellte, wollte er sich (noch) nicht äußern. Nur so viel: "Wir haben einen geschlossenen Wahlkampf geführt. Wir haben uns nichts vorzuwerfen." Alex Licht darf sich zumindest darüber freuen, dass er in seinem Wahlkreis die meisten Stimmen holte. Die Differenz zwischen Erststimmen und Parteistimmen beträgt 8,5 Prozent zu Gunsten von Licht. Die CDU-Parteimitglieder sind enttäuscht. Kurz nach 19 Uhr trifft Heinz Eckstein (CDU), Beigeordneter der VG Bernkastel-Kues in der Verbandsgemeindeverwaltung ein. Ebenso Valentin Zimmer (CDU), Ortsbürgermeister von Kesten, und Norbert Franz (parteilos), Ortsbürgermeister von Lösnich. "Der CDU-Spitzenkandidat war nicht der Richtige", so ihre einhellige Meinung. Zimmer zeigt sich denn auch wenig überrascht über das schlechte CDU-Wahlergebnis: "Das war fast zu erwarten."