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Bevölkerungsrückgang reißt weiteres Loch in Traben-Trarbacher Stadtkasse

Bevölkerungsrückgang reißt weiteres Loch in Traben-Trarbacher Stadtkasse

Finanziell sieht es in Traben-Trarbach mau aus. Die Möglichkeiten sind begrenzt. Doch nicht alles ist schlecht. Die Zusammenarbeit im Stadtrat ist gegenüber der vorhergehenden Legislaturperiode viel besser geworden.

Traben-Trarbach. Es ist wie ein Kreislauf - aber aus ihm erwächst kein positives Ergebnis. Der demografische Wandel führt dazu, dass in den meisten Orten auf dem sogenannten flachen Land die Einwohnerzahlen zurückgehen. Das bedeutet. Dadurch sinken auch die Steuereinnahmen. Gravierend ist das besonders bei der Einkommensteuer, von der Städte und Gemeinden stark profitieren. Weniger Einnahmen bedeuten weniger Kaufkraft. Ein Rückgang der Einwohnerzahl hat Einfluss auf die Infrastruktur (Geschäfte, Schulen, Ärzte, Freizeit und so weiter).
Und das berühmte Kleinvieh macht da einiges an Mist. In der Stadt Traben-Trarbach (einschließlich Wolf und Kautenbach) lebten vor vier Wochen, am 1. Dezember 2016, noch 5818 Bürger. Laut der Prognose werden es 2017 nur 5803 sein. Für Traben-Trarbach, wo mittlerweile fast jeder Euro mehrfach umgedreht werden muss, habe das Minus von 15 Personen gravierende Auswirkungen, sagt Stadtbürgermeister Patrice Langer. In einer Zahl ausgedrückt sind es fast 15 000 Euro.

Fluch und Segen: Beides passt auf Traben-Trarbach. Die Stadt nimmt seit 2013, wie viele andere Städte und Gemeinden auch, am kommunalen Entschuldungsfonds teil. Dafür erhält sie vom Land quasi als Belohnung oder Anreiz pro Jahr 71 060 Euro. Gleichzeitig muss sie aber ihre freiwilligen Ausgaben stark einschränken.
Dabei gibt es aber Unterschiede. Die Instandhaltung von Spielplätzen ist auch eine freiwillige Ausgabe. Sie wird aber üblicherweise von der Kommunalaufsicht genehmigt, weil Spielplätze zur Grundversorgung gehören.
Bei der Skateranlage an der Rissbacher Straße sind der Stadt dagegen die Hände gebunden, weil das Gelände nur von vergleichsweise wenigen Jugendlichen genutzt wird. Dort versuchen die jungen Leute mit Eigeninitiative zum Ziel zu kommen (der TV berichtete).

Unter die freiwilligen Ausgaben fällt auch die Sanierung der Grevenburg, dem Wahrzeichen der Stadt. Aus Sicherheitsgründen wird es keiner Behörde einfallen, hier ihre Zustimmung zu verweigern. Ob es mit der halben Million Euro, die erst einmal für die wichtigsten Arbeiten kalkuliert sind, getan ist, bleibt offen.
Investiert werden soll auch ins Mittelmosel-Museum. Die letzte große Sanierung der Barockvilla liege, so Bürgermeister Langer, 50 Jahre zurück.

Der Stadtrat trägt diese Politik mit. Der Zwist der in der vorhergehenden Legislaturperiode oft zu spüren war, ist dem Pragmatismus gewichen. "Wir wollen eine starke Kommune bleiben", sagte Carsten Augustin (SPD/FDP-Fraktion) in seiner Haushaltsrede. Hubertus Kesselheim (CDU) schloss sich ausdrücklich vielen Ausführungen an. Und auch die FWG und die Grünen ziehen in die selbe Richtung.

Außerdem ist Geld beim Blick in die Zukunft auch nichts alles. "Wenn wir stark sind, prallen Populisten ab", sagt Carsten Augustin. Gerade in diese Richtung waren im vergangenen Jahr in vielen Kommunen neue und nachdenkliche Töne zu hören. cb