BI: Existenz der Sägewerke nicht gefährdet

BI: Existenz der Sägewerke nicht gefährdet

Ulrich Sommer von der Bürgerinitiative Nationalpark Hochwald versteht die Sorgen der Sägewerksbetreiber, hält sie aber dennoch für unbegründet. Er glaubt, dass langfristig mehr Holz zur Vefügung stehen wird und dass genügend Laubholz nachwachsen kann.

Birkenfeld. Dass Sägewerke um ihre Zukunft bangen, wie in der Rheinzeitung zu lesen war, hält Ulrich Sommer für übertrieben. Als ehemaliger Leiter des Forstamtes Birkenfeld ist Sommer ein Kenner der Materie. Er glaubt, dass 3 bis 3,5 Prozent des Rundholzbedarfs wegfallen könnten.

Laubholzanteil von 50 Prozent


"Ist dies Grund genug, den Untergang eines Industriezweiges herbeizureden und Massenentlassungen anzudeuten, vor allem, wenn über einen befristeten Zeitraum sogar mit einer höheren Holzbereitstellung zu rechnen ist?", lautet seine eher rhetorische Frage. Die BI verstehe die Sorge der Sägewerke durchaus. Es müsse in diesem Zusammenhang aber auf einige Fakten hingewiesen werden: Bei der Ausweisung eines Nationalparks werde ein hoher Laubholzanteil von mehr als 50 Prozent angestrebt. "Dies ist im westlichen Hochwald gut möglich."
Fichte ist auf dem Rückzug


Bei einem angenommenen Nadelholzanteil von derzeit maximal etwa 50 Prozent oder 5000 Hektar wachsen bei unveränderten Waldstrukturen circa 40 000 Festmeter sägefähiges Holz nach, rechnet Sommer vor. Und kommt so auf die prozentuale Ausfallquote für die Sägewerke. Unabhängig davon sei es bundesweit seit Jahrzehnten gesellschaftspolitischer und forstlicher Konsens, dass die nach den beiden Weltkriegen vorgenommenen großen Nadelholzaufforstungen in stabilere Mischwälder umgewandelt werden sollen, meint die Bürgerinitiative. Dies erfolge bereits seit Jahrzehnten und sei durch die Sturmkatastrophen Wiebke und Martin beschleunigt worden.
Der befürchtete Klimawandel werde dazu führen, "dass dieser Prozess noch beschleunigt wird und in circa 30 Jahren weitgehend abgeschlossen ist. Dies entspricht der Übergangszeit im Nationalpark." Der Fichtenabbau mache sich bereits heute bemerkbar und werde sich in wenigen Jahren noch viel deutlicher auf die Rundholzversorgung der Sägewerke auswirken als alle Einschränkungen der Nutzung durch einen Nationalpark.
Die dafür infrage kommenden Regionen im Land weisen annähernd gleiche Wuchsbedingungen auf, damit auch annähernd gleiche Mengen nachwachsenden Holzes: "Somit ist der Nutzungsausfall auch annähernd gleich hoch.
Damit sind - nicht über zehn Jahre, sondern in Generationen gedacht - auch die wirtschaftlichen Auswirkungen in etwa gleich hoch", heißt es in der Stellungnahme der Bürgerinitiative, die eine eigene Homepage unter www.dernationalpark.de eingerichtet hat und bei der Internetplattform Facebook unter www.facebook.de/dernationalpark präsent ist.

Eine Info-Veranstaltung findet am Montag, 12. Dezember, 19 Uhr, im Hörsaal auf dem Umwelt-Campus Birkenfeld statt.

Extra

Stellungnahme: Achim Laub, Projektleiter des Saar-Hunsrück-Steigs, hält die Idee eines Nationalparks im Hochwald für "hervorragend". Der Leiter des Projektbüros Losheim weiter: "Das wäre ohne Frage ein Riesengewinn für die Region und auch für das Premiumwandern in der Region. Ein solcher Nationalpark würde ideal mit dem Saar-Hunsrück-Steig korrespondieren."