Bibel, Wein und Politik

WITTLICH. (red) Was sonst prominenten Menschen vorbehalten ist, wurde nun 70 Gästen zuteil: eine Weinkommentierung im Winzercafé Görgen anlässlich der "Biblischen Jungweinprobe des CDU-Gemeindeverbands Altrich/Osann-Monzel/Platten".

"Wie ein Lebenswasser ist der Wein für den Menschen, wenn er ihn mäßig trinkt" - Jahrtausende vor Adolph Freiherr Knigge erkannte schon Jesus ben Eleazar ben Sira die Bedeutung des Weines. Augenzwinkernd, amüsant und bisweilen sehr nachdenklich führte Markus Hebgen, "weltlicher Abt" und Geschäftsführer des Klosters Eberbach, Eltville/Rheingau, die rund 70 Besucher anlässlich der "Biblischen Jungweinprobe des CDU-Gemeindeverbands Altrich/Osann-Monzel/Platten" durch bekannte und weniger bekannte Zitate zum Thema "Wein im Buch der Bücher - vom ersten Winzer Noah (Genesis, Kapitel 9, Vers 20) über die Hochzeit zu Kanaan bis zu den Psalmen". Auf Einladung der Landtagsabgeordneten Elfriede Meurer kamen über 70 Gäste im Winzercafé Görgen in den Genuss einer Weinkommentierung, die bisher prominenten Politikern aus aller Welt, der Prinzessin Takamado aus Japan oder dem Altbundespräsidenten Roman Herzog vorbehalten war. Die weinkulturelle Reise Hebgens bot Streifzüge vom alten Ägypten quer durch die griechische und mittelalterliche Mythologie. Sie ließ die Zuhörer über die Ursachen des Alkoholverbotes des Propheten Mohammed im Koran reflektieren und warb für ein Religionen übergreifendes Verständnis füreinander. Nachdenklich und zustimmend folgten die Zuhörer den Friedensverheißungen des Propheten Micha, der aufforderte, Schwerter zu Pflugscharen und Lanzen zu Winzermessern umzuschmieden und nimmermehr würde das Volk das Schwert gegen das Volk erheben. Nicht zuletzt erinnerte Hebgen an den Amtsantritt von Papst Benedikt VXI., in dem dieser sich als einfachen Arbeiter im Weinberg Gottes bezeichnete. Der Redegewandtheit und dem Humor des Wahl-Rheingauers stand die Gebietsweinkönigin Mosel-Saar-Ruwer Katja Fehres in nichts nach. Charmant, schlagfertig und kompetent gestaltete die diplomierte Weinbauingenieurin das Duell und fand breite Publikumsunterstützung bei ihrem Plädoyer für "die viel versprechenden Weine des Jahrgangs 2006" und die Arbeit der hiesigen Winzer. Zwölf Moselweine zum Probieren

Für die Jungweinprobe angestellt waren zwölf Weine der Weingüter Karl Traut (Osann), Gerd Arens, Michael Ballmann-Zenz, Josef Klaß, Gerd Fritzen (alle Monzel) und Werner Görgen (Platten). Nach rund drei Stunden verließen Weinliebhaber und Politiker die Weinprobe um viele Erkenntnisse und um entsprechende Ratschläge Hebgens reicher: sich in Demut zu üben, den Regeln des heiligen Benedikts Gehör zu schenken, "nichts auf das Geschwätz anderer Leute zu geben" und "wie beim Weingenuss, immer das richtige Maß zu halten, in dem was man den Menschen zumutet".

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