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Bilanz der Säubrennerkirmes in Wittlich fällt positiv aus

Bilanz der Säubrennerkirmes in Wittlich fällt positiv aus

Ideale Temperaturen um die 25 Grad, nur gelegentlich mal ein kurzer Regenschauer und Tausende Besucher: Die Bilanz der Säubrennerkirmes fällt positiv aus. Rund 115 Schweine wurden bis zum späten Abend verzehrt. Probleme bereiteten einige Jugendliche, die wegen zu starken Alkoholkonsums ins Krankenhaus gebracht werden mussten.

Wittlich. "Regen? Das war doch nichts. Die paar Tropfen waren nicht der Rede wert." Eine Besucherin bringt es auf den Punkt: Zum Feiern war das Wochenende gerade richtig, auch wenn ab und zu der Regenschirm zum Einsatz kam. Das sieht auch Thomas Losen vom Weingut Losen-Bockstanz so. "Zum Weingenuss darf es nicht zu heiß sein. Wenn die Temperaturen über 30 Grad klettern, und das hatten wir auch schon, wird mehr Wasser als Wein getrunken."

Und es wird offenbar auch am Saubratenstand bei mäßigen Temperaturen besonders kräftig zugelangt. Bis Sonntagabend hatten die Kirmesbesucher 89 Säue verzehrt, gestern Abend gegen 18 Uhr drehte sich die 106. Sau auf dem Spieß. Wie viele es insgesamt waren, konnte zu der Zeit nur geschätzt werden. Ob Schweinebraten, Vorder- oder Hinterhaxe, die Wittlicher und deren Gäste mögen es nach wie vor deftig.

Und sie mögen es, über den Handwerkermarkt auf dem Platz an der Lieser zu flanieren. Dort hat unter anderem Maria Henz aus Wiesbaum (Landkreis Vulkaneifel) einen Stand. Sie verkauft in Vietnam hergestellte Bambusschalen in allen Farben und Formen. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Umsatz", sagt sie.
Hakan Altanay bietet Taschen aus Leder an. Seit fünf Jahren kommt er nach Wittlich. Die Jahre zuvor seien etwas besser gewesen, berichtet er. Die Leute seien wohl etwas gesättigt. Altanay: "Man muss halt ständig was Neues bieten, um im Geschäft zu bleiben."

In der "Roten Mandelkutsche" steht Gabi Ries. Auf Süßigkeiten wie gebrannte Mandeln oder Zuckerwatte hatten die Festbesucher diesmal wohl weniger Lust. "Es war schon besser", hat sie festgestellt.
In der Neustraße treffen wir 90 Männer und Frauen im besten Alter. Es sind die 50-Jährigen aus Wittlich, die seit Freitagabend um die Wette feiern. Einer von ihnen, Florian Dehne aus Mülheim, sagt mit heiserer Stimme: "Es war und ist das schönste Fest überhaupt." Eine stadtbekannte Dame, ebenfalls - man will es kaum glauben, inzwischen eine 50-Jährige - hebt das Glas und meint: "Man verliert völlig das Zeitgefühl."Problem: Betrunkene Jugendliche

 Nur für geladene Gäste: die festliche Säubrennerweinprobe am Montagabend. Ein ausführlicher Bericht folgt.
Nur für geladene Gäste: die festliche Säubrennerweinprobe am Montagabend. Ein ausführlicher Bericht folgt. Foto: Klaus Kimmling (m_wil )


Vier Tage Remmidemmi, vier Tage feucht-fröhliches Feiern in der engen Innenstadt und auf dem Rummelplatz: Da kann so einiges passieren. Die Polizei spricht aber von einem insgesamt ruhigen Verlauf der Kirmes. Georg Bührmann, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Wittlich, und seine Kollegen haben unter anderem drei Körperverletzungsdelikte und eine Trunkenheitsfahrt bearbeitet. Ein junger Mann, der mit den Fäusten um sich schlug, wurde in die Psychiatrie eingewiesen.

Nachdenklich stimmen drei Vorfälle mit völlig betrunkenen Jugendlichen. Der Malteser-Hilfsdienst Wittlich, ständig mit 20 Helfern vor Ort, brachte einen bewusstlosen 13-Jährigen ins Krankenhaus. Ein völlig betrunkener 16-Jähriger musste ebenfalls in der Klinik behandelt werden. Auch der DRK-Ortsverband Wittlich war während der vier Festtage mit zahlreichen Helfern im Einsatz. Sie brachten einen völlig betrunkenen und bewusstlosen 15-Jährigen ins Krankenhaus, wo er zunächst auf der Intensivstation überwacht werden musste.