Kostenpflichtiger Inhalt: Feste und Feten : Weinfest der Mittelmosel: Von großen Weinen und kleinen Schweinen

Die Feuerwerk-Probleme beim Weinfest der Mittelmosel entstanden durch das Gewitter, teilt die Stadt mit. Insgesamt ist die Bilanz jedoch positiv. Beim traditionellen Empfang teilte Stadtbürgermeister Wolfgang Port kräftig in Richtung Wittlich aus.

Von Clemens Beckmann
und Hans-Peter Linz

Trotz eines kurzzeitigen Gewitters am Samstagabend sind die Besucherzahlen des Weinfestes der Mittelmosel in Bernkastel-Kues bislang wie erwartet. „Wir haben bis Sonntagabend bereits 190 000 Besucher gezählt,“ sagt Bianca Waters von der Stadt Bernkastel-Kues. Donnerstag- und Freitagabend seien sehr postitiv verlaufen. Der leichte Einbruch der Besucherzahlen vom kurzfristig verregneten Samstagabend sei daher verschmerzbar. „Das hat der Stimmung nicht geschadet und das für Samstagabend übliche Geschiebe auf der Weinstraße blieb aus, so dass man gemütlich schlendern konnte,“ sagt Waters. Für den Montagabend, dem Tag, an dem besonders viele Bernkastel-Kueser zum Weinfest gehen, rechnen die Veranstalter wieder mit einer hohen Besucherzahl. Die 200 000er Marke könne daher gewiss wieder geknackt werden.

Dass beim Feuerwerk am Samstagabend manche Raketen nicht zündeten, sei auf den Regen und das Gewitter zurückzuführen. Dadurch wurde ein Computer beschädigt, der den Auslösemechanismus eines Teiles des Feuerwerks starten sollte. „Das hat aber der Stimmung nicht geschadet und unser Feuerwerker hat schon versprochen, dass er im nächsten Jahr noch einen draufsetzen will“, blickt Waters zurück.

Stadtbürgermeister Wolfgang Port nutzte am Samstagabend die Gelegenheit ein wenig Richtung Wittlich auszuteilen. Früher wurde gemunkelt, manche Ehrengäste kämen nur wegen des Buffets zum Weinfestempfang nach Bernkastel-Kues. Die Häppchen, Salate und Desserts sind weiter vorzüglich. Seit einigen Jahren warten viele Gäste aber auf die Fortsetzung des verbalen Schlagabtauschs zwischen zwei Stadtoberhäuptern.

Joachim Rodenkirch (Wittlich) lästert bei der Säubrennerkirmes über die Nachbarn, Wolfgang Port (Bernkastel-Kues) schlägt beim Weinfest der Mittelmosel zurück. Bei der Wittlicher Weinprobe habe er festgestellt, dass es „mangels frischen Weinen auch ältere Weine gegeben habe“, schenkt Port gleich kräftig ein. Über die Qualität sagt er allerdings nichts.
Und weiter geht es. In Wittlich würden die geschätzten Besucherzahlen beim Weinfest der Mittelmosel angezweifelt. Dabei habe diese Zahl sogar im TV gestanden. Und dessen Lokalredaktion sei in Wittlich. Port dagegen zweifelt die Zahl der bei der Wittlicher Kirmes gerösteten Säue an. Er habe gehört, dass die Schweine immer kleiner würden. Nur so sei die Zahl auch zu halten. „Es sind nur noch große Spanferkel“, sagt er.

Zu den Zahlen beim Weinfest der Mittelmosel. Es gebe mittlerweile Zählmaschinen, sagt Port. Am Freitagabend, also am zweiten von fünf Veranstaltungstagen seien bereits 80 000 Gäste gezählt worden. Am Samstag sei dann natürlich der 100 000. Gast begrüßt worden. Auf einer Leinwand erscheint sein Foto. Es ist, was nicht verwundert, das Wittlicher Stadtoberhaupt. Bereits jetzt dürfte klar sein, womit Joachim Rodenkirch seinen Bernkastel-Kueser Kollegen nächstes Jahr aufzieht: Das kann eigentlich nur die Feuerwerkpanne sein.

Auf dem Kueser Plateau liegen Einweggrille, die nicht entsorgt wurden. Foto: TV/Clemens Beckmann

Zum letzten Mal führten Wolfgang Port und Ulf Hangert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, ein Zwiegespräch. Hangert geht in einigen Monaten in Ruhestand. Er ging kurz darauf ein, dass Port in einem kleinen Film des gebürtigen Bernkastel-Kuesers Felix Schon mitwirkt. Port verfüge deshalb mittlerweile auch über Autogrammkarten. „Und nachts schläft er aus Angst, den Ruf aus Hollywood zu verpassen, bei offenem Fenster“, berichtet Hangert.

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