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Biogas in der Burgenstadt genehmigt

Biogas in der Burgenstadt genehmigt

Die Biogasanlage am Man derscheider Stadtrand darf gebaut werden. Das hat die Kreisverwaltung entschieden. Der Stadtrat, der sich zuvor gegen die Anlage ausgesprochen hat, akzeptiert die Entscheidung.

Manderscheid. Zwei Mal hat sich der Stadtrat gegen die in Manderscheid am Stadtausgang Richtung Großlittgen geplante Biogasanlage ausgesprochen. Dennoch darf die Anlage nun gebaut werden. Denn das Sagen in dieser Sache hat die Kreisverwaltung und die hat wenig Handlungsspielraum.

Die 1,3 Millionen Euro teure Anlage, die der Landwirt Martin Röhl plant, gilt als privilegiertes Bauvorhaben im Außenbereich und ist deshalb nur schwer zu verhindern. Es müssten öf fentliche Belange dagegenstehen; dies wäre beispielsweise dann der Fall, wenn es zu erheblichen Umweltauswirkungen käme.

Biogasanlagen gelten als privilegiert, wenn ihre Leistung unter 500 Kilowatt liegt - in diesem Fall sind es 250 Kilowatt - und die Biomasse überwiegend vom betreibenden Landwirt selbst produziert wird.

Da die Kreisverwaltung keine erheblichen Auswirkungen erwartet, hat sie das "fehlende Einvernehmen der Stadt Manderscheid ersetzt", wie Manuel Follmann, Sprecher der Kreisverwaltung, es formuliert. Auf Deutsch: Sie hat das Votum des Stadtrats überstimmt und die Anlage genehmigt.

Vonseiten des Rats wird diese Entscheidung nicht infrage gestellt. Wolfgang Moritz, Vorsitzender des Forums Stadtentwicklung, sagt: "Jetzt müssen wir das Beste daraus machen und für die Umwelt das Positive herausschlagen. Wir sollten die Zusammenarbeit mit Herrn Röhl suchen und die Abwärme nutzen."

Wann der Bau beginnen wird, ist noch unklar



Moritz schlägt vor, damit das Freibad und die Realschule plus zu beheizen. Röhl selbst hatte bereits die Schule und die Eifelklinik als Abwärmenutzer ins Spiel gebracht.

Alex Stölben, Sprecher der CDU, der zweiten Fraktion im Stadtrat, sagt auf TV-Anfrage: "Die Entscheidung der Kreisverwaltung war zu erwarten und wird so akzeptiert." Er plädiert dafür, darauf zu achten, dass die Beeinträchtigungen der Stadt durch die Anlage möglichst gering bleiben.

Der Stadtrat hatte Röhls Anlage abgelehnt, weil er befürchtete, dass der Verkehr zunimmt, die Anlage stinkt und die Stadt schließlich ihr Prädikat als heilklimatischer Kurort verliert. Röhl hatte daraufhin Gutachten zu Lärm und Geruchsimmissionen beauftragt. Ergebnis: Die Grenzwerte werden eingehalten, das Kurort-Prädikat ist nicht in Gefahr.

Röhl hatte außerdem versichert, den Tourismus nicht stören zu wollen. Mehr Verkehr wird es seiner Meinung nach durch die Anlage nicht geben. Er fahre die Flächen, die er bereits jetzt bewirtschaftet, und die großteils Richtung Großlittgen lägen, nicht häufiger, sondern lediglich geballter an, sagte Röhl. Dennoch blieb der Stadtrat bei seinem Nein.

Und wann soll der Bau nun starten? "Ich weiß es nicht", lautet Röhls Antwort. Mehr will er dem TV aktuell nicht sagen.