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Bis zu 100 Corona-Tests pro Tag meldet das Gesundheitsamt Wittlich

Kommunalpolitik : Gesundheitsamt meldet: Bis zu 100 Corona-Tests pro Tag

 Vor allem die Nachverfolgung von positiv Getesteten gestaltet sich schwierig, heißt es von Seiten des Gesundheitsamtes.

Von derzeit 15 infizierten Corona-Patienten seien nur zwei keine Reiserückkehrer, alle anderen stammen aus Risikogebieten. Nach den Ferien wurden zeitweise täglich werden 100 Corona-Tests gemacht, womit die Mitarbeiter des Wittlicher Gesundheitsamtes schon an die Kapazitätsgrenze stoßen. Das ist das aktuelle Bild der Corona-Krise, das Iris Grewenig vom Gesundheitsamt dem Kreisausschuss in Wittlich geben kann. Ein Sachstandsbericht zur Corona-Thematik stand auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses. Grewenig wies auf mehrere Probleme hin, mit denen ihre Mitarbeiter derzeit konfrontiert werden. „Wir wollen zu bedenken geben, dass wir es für gefährlich halten, dass Reiserückkehrer nur getestet werden und dann nach Hause fahren können,“ sagt Grewenig. Aus ihrer Sicht sei die Testung zu früh, denn bei manchen Reiserückkehrern würde das Virus erst ein paar Tage später feststellbar sein.

Vor allem sei die Situation im Bereich der Nachverfolgung kritisch. Grewenig: „Wir haben oft keine Informationen über die Aussteigekarten, die Labore haben oft keine Telefonnummern der Patienten. Die Nachverfolgung ist kompliziert.“ In einem Fall habe ein positiv Getesteter 85 direkte Kontakte angegeben, die das Amt alle habe anrufen müssen.

Landrat Gregor Eibes bemerkt: „Es fängt ja schon damit an, ob die Telefonnummer stimmt. Es kann nicht sein, dass das Gesundheitsamt denen hinterher telefonieren muss. Da sind wir vorsintflutlich unterwegs.“ Jürgen Jakobs (CDU) sieht Verbesserungsbedarf: „Es kann nicht sein, dass jemand statt seines echten Namens ,Donald Duck’ auf den Meldezettel fürs Restaurant schreibt. Da müsste der Personalausweis hinterlegt und gescannt werden.“

Brigitte Hoffmann (AfD) fragt, wie hoch die Fehlerquote der Tests sei und inwieweit die positiv Getesteten Symptome aufweisen. Iris Grewenig antwortet: „Mittlerweile liegt die Spezifizität der Tests bei 99,9 Prozent und haben damit eine sehr geringe Fehlerquote. Es ist aber in der Tat schwierig zu sagen, wie lange jemand noch ansteckend ist.“

Frank Klein (FDP) bemerkt: „Die Datenbasis ist entscheidend. Wir müssen aber auch eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit Corona entwickeln.“

Juppi Hauth (SPD) erinnert an die Situation in Bergweiler, wo vor Kurzem ein Kind positiv und zwei Wochen später negativ getestet wurde. Das sei der Bevölkerung angesichts der deshalb geschlossenen Kita schwer zu erklären.