Bis zu 18 Windräder auf den Sammethöhen

Bis zu 18 Windräder auf den Sammethöhen

Wieder eine neue Idee für einen Windpark: Weiße Riesen könnten künftig die Sammethöhe zwischen Dierfeld und Niederscheidweiler säumen. Auf Bürgerversammlungen in Niederöfflingen, Ober- und Niederscheidweiler hat die Firma AgRo & WEA das Konzept vorgestellt.

Oberscheidweiler/Niederscheidweiler/Niederöfflingen. Für mehr als 100 Millionen Euro will die Firma AgRo-WEA aus dem Emsland bis 2014 den Windpark Sammethöhe bauen - und dabei die Bevölkerung mit ins Boot nehmen. "Wir haben uns spezialisiert auf Bürgerbeteiligung", sagte der geschäftsführende Gesellschafter Wilhelm Wilberts bei der Bürgerversammlung in Oberscheidweiler, die sich um die Windkraft dreht. Die Mindesteinlage betrage 2000 Euro. Oberscheidweilers Bürgermeister Erhard Rosenbaum hofft auf ein Genossenschaftsmodell, das es noch mehr Menschen ermöglichen soll, vom Stromverkauf zu profitieren. Wilberts spricht von Renditen von mindestens fünf Prozent.
Insgesamt könnten bis zu 18 Windräder vom Typ Enercon E101 mit bis zu 150 Meter Nabenhöhe (Gesamthöhe mit Rotorblättern bis zu 200 Meter) auf den Gemarkungen von Dierscheid (vier), Niederöfflingen (vier), Hasborn (drei), Ober- (zwei) und Niederscheidweiler (fünf) entstehen. Jede dieser Anlagen auf der Sammethöhe zwischen Dierfeld und Niederscheidweiler hätte eine Nennleistung von drei Megawatt. Damit ließen sich jeweils bis zu 1700 Haushalte mit Strom versorgen. "Wenn wir die Lücken, in denen kein Wind weht, schließen können", wie Wilberts einräumt.
Ob man dem Geld den Ausblick in die Natur opfern soll, nicht aber das Ja zur Windkraft an sich, wird in Oberscheidweiler diskutiert. Konkret: Soll man auf der Gemarkung Scheid nicht lieber nur ein statt zwei Windräder bauen und dieses weiter als 750 Meter vom Ort entfernt?
Die Gemeinden könnten ihre klammen Haushalte dank der Pachtzahlungen und Gewerbesteuer-Einnahmen aufbessern. Das Kombinationsmodell von AgRo-WEA mit Einmalzahlungen und der Pacht werde den Gemeinden deutlich höhere Einnahmen bringen als die von einem reinen Pachtmodell bekannten 50 000 Euro pro Windrad und Jahr, sagt Rosenbaum.
Damit es so weit kommt, muss bis zur Jahreswende der Flächennutzungsplan fortgeschrieben werden. Abgewartet werden muss zudem das Ergebnis von Vogeluntersuchungen. Wird an den Standorten beispielsweise ein Schwarzstorchenhorst entdeckt, ist es der Traum vom Geldsegen vorbei.

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