Bis zu den Ohren

Ich habe in dieser Sache bei dem Leiter der Polizeidienststelle Bernkastel-Kues angefragt, ob man es für sinnvoll hält, diesen 19-jährigen Hunsrücker mit enormem logistischen Aufwand zu verfolgen und im Polizeibericht in allen Einzelheiten darzustellen, oder ob man auch daran denkt, diesem jungen Mann, der offensichtlich bis zu den Ohren in Problemen steckt, zu helfen.

Ich kann gut verstehen, dass er in seinem Alter z.B. am Wochenende den langweiligen Hunsrück verlassen und ein Weinfest an der Mosel besuchen will, wo es lustiger zugeht. Wer keinen Führerschein hat oder über kein Auto verfügt, ist auf dem Hunsbuckel, wo außer ständigen Polizeikontrollen wenig läuft, aufgeschmissen. Ist es dem jungen Mann, der wahrscheinlich gerne unter Leute geht, zu verdenken, dass er alles probiert, um ins schöne Mülheim zu gelangen, wo die Mädchen wahrscheinlich auch attraktiver sind als im heimischen Bergland? Junge Männer seines Alters, die aus einem "betuchten" Elternhaus kommen, haben damit keine Probleme. Sie sind auch bei Polizisten beliebter. Wenn er noch einmal Probleme mit der Fahrt an die Mosel hat, soll er mich einfach anrufen und ich fahre ihn. Dass wir dann ein gutes Gläschen Riesling oder auch ein gutes Pils vom Fass mit herrlicher Schaumkrone zusammen schlürfen, versteht sich von selbst. Jürgen Adam, Deuselbach