Bislang alle Standorte realisierbar

Bislang alle Standorte realisierbar

Die Windkraft-Pläne der VG Rhaunen sind das Thema bei einer Bürgerbeteiligung in der Rhaunener Idarwaldhalle gewesen. Möglicher Kritik wurde dabei nur wenig Platz eingeräumt.

Rhaunen. Impulsreferate, die reichlich Zeit in Anspruch genommen haben, ein rotes Standmikrofon in der Idarwaldhalle, an das jeder treten musste, wenn er sich äußern wollte, mit Peter Heck (Umwelt-Campus Birkenfeld) ein Moderator, der fokussiert und zielgerichtet durch den Abend führte: Erstaunlich wenig Raum für Kritik, Fragen und die zuvor angekündigten Diskussionen gab es bei der Bürgerbeteiligung zu den ambitionierten Windkraft-Plänen in der VG Rhaunen.
Rund 150 Gäste hörten, was Hans-Dieter Weyand, Vorstand der AöR, erläuterte: Vor einem Jahr wurde die Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) gegründet, bald sind alle 16 Gemeinden mit im Boot. Verträge wurden mit Juwi geschlossen. Gemeinsames Flächenmanagement, Vermarktung im Team: All das soll klare Vorteile bringen, die regionale Wertschöpfung optimieren und eine Verspargelung der Landschaft verhindern. Peter Heck referierte über den regionalen Mehrwert, den die Pläne aus seiner Sicht bringen: Die VG Rhaunen entwickele eine neue Identität, es entstünden Arbeitsplätze, man werde vom Energie-Importeur zum -Exporteur.
Ergebnisse werden ausgewertet


Es gebe keine Alternative zu dieser Form von Zukunftssicherung einer bekanntlich sehr schwachen und armen Region. Diplom-Ingenieur Jürgen Stoffel vom Planungsbüro L.A.U.B stellte den Planungsstand in Sachen Teilfortschreibung Windkraft des Flächennutzungsplanes der VG Rhaunen vor. Zwei Vorranggebiete im Bereich Oberkirn/Schwerbach (mit Überlegungen für eine zweite Teilfläche) sowie im Bereich Hottenbach, Rhaunen, Stipshausen, Sulzbach stehen im Fokus.
Dazu kommen drei Eignungsgebiete im Bereich Gösenroth/Oberkirn/Rhaunen, Bundenbach/Rhaunen und Hellertshausen/Hottenbach. Für keinen der Standortvorschläge zeichne sich nach dem jetzigen Wissensstand ab, dass er nicht realisierbar sei. Insbesondere das Thema Vogelzug und das eventuelle Vorkommen windkraftempfindlicher Vogel- und Fledermausarten sei bei weiteren Planungen noch zu vertiefen und zu berücksichtigen.
Derzeit zeichne sich ab, dass eventuell bei genauer Anlagenplanung Vorkehrungen getroffen werden müssen: "Ein genereller Ausschluss ist aber nicht erkennbar." Die Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens und zwischenzeitlich eingetroffene weitere Untersuchungsergebnisse werden nun ausgewertet.
Es folgt eine maßstäbliche Verfeinerung der Abgrenzung, und die Planung geht erneut in die Beteiligung. Mit einer gewissen Spannung erwartet wurde der Vortrag von Karsten Biennek, Projektleiter Wind Deutschland der Juwi-Energieprojekte GmbH. 22 Windenergieanlagen der 2,5 Megawatt-Klasse (Schwachwindanlagen) mit einem Rotordurchmesser von 120 Metern und einer Gesamthöhe von 200 Metern sind geplant. Biennek präsentierte Visualisierungen: Von wo aus sieht man auf bestimmten Gemarkungen die Windräder, wo sieht man sie nicht? Auffällig: Die Visualisierungen wurden in den meisten Fällen vom tiefsten Punkt innerhalb der Gemeinden erstellt.
Logisch, dass man die Räder von dort eher nicht sieht, ein paar Meter höher aber schon. Letztlich erhielten die Gäste in der Halle den Eindruck: Die optische Beeinträchtigung wird sich überall in Grenzen halten. Der Juwi-Mitarbeiter stellte die weiteren erforderlichen Untersuchungen dar mit Blick auf Brut- und Zugvögel, faunistische Gutachten, Fledermausgutachten, Wildkatzengutachten, Schallgutachten, Schattenwurfgutachten, Windgutachten, Bodengutachten, Transportgutachten. Bei der Kompensation im Zusammenhang mit Windrädern liege der Schwerpunkt beim Ausgleich von Beeinträchtigungen für spezielle Arten des Landschaftsbildes. Solche Maßnahmen sollten nach Möglichkeit innerhalb der VG Rhaunen und unter Regie der AöR Energiewelt Idarwald erfolgen.
Michael Diemer, Revierleiter des Forstamts Kastellaun und Referent des Ministeriums, ging auf Windkraftanlagen im Wald ein: Und die stellten kein Problem dar. Der Wunsch nach mehr Bürgerbeteiligung, die Regelung von Abständen zu Wohngebieten, der Zweifel an Gutachten, Fragezeichen hinter der Windhöffigkeit: Eher schleppend und mit wenig Inhaltlichem unterfüttert verlief die anschließende Diskussion.

Mehr von Volksfreund