Bismarckhütte droht abzustürzen
Erneut hat sich ein Felsen in einem Steilhang bei Traben-Trarbach in Bewegung gesetzt. Unterhalb der Bismarckhütte hat sich ein 400 Tonnen größerer Felsbrocken gelöst und droht samt Hütte abzustürzen. Die Hütte und der Wanderweg wurden gesperrt. Geologen prüfen nun, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen.
Traben-Trarbach. (sim) Von der Bismarckhütte im Steilhang zwischen Trarbach und Starkenburg hat man einen fantastischen Blick ins Moseltal. Doch seit Freitag hängt an einem Absperrband des Wanderweges, der zur Hütte führt, ein Schild mit der Aufschrift: "Vorsicht Lebensgefahr. Betreten verboten!" Die bei Wanderern beliebte Hütte hängt seit einigen Tagen leicht schräg nach vorne und droht mitsamt dem Felsbrocken, auf dem sie steht, in die Tiefe zu stürzen. Glück im Unglück: Unterhalb des morschen Felsens befindet sich eine Hangmulde, sodass die im Moseltal verlaufende B 53 durch herabstürzende Felsbrocken wahrscheinlich nicht gefährdet ist.
Tiefer Spalt ruft Geo-Landesamt auf den Plan
Arbeiter der gemeinnützigen GmbH "Lernen und Arbeiten", die im Auftrag der Stadt unter anderem Wanderwege säubern, hatten Ende September die Felsbewegungen festgestellt. Mitarbeiter der Verbandsgemeinde-Verwaltung Traben-Trarbach schauten sich die Stelle an und stellten fest, dass sich im Felsen ein fünf bis zehn Zentimeter breiter und bis zu zwei Meter tiefer Spalt gebildet hat. Vergangenen Freitag war ein Experte vom Landesamt für Geologie und Bergbau vor Ort. Wie groß derzeit die Gefahr ist, dass der Felsen samt Hütte abstürzt, konnte er noch nicht sagen. Vorsorglich musste aber der Wanderweg gesperrt werden. In dieser Woche werden exakte Untersuchungen folgen. Eine erste Stellungnahme seitens des Amtes soll bis zum 19. Oktober vorliegen. Die Experten wollen auch ein Geländemodell anfertigen und am Computer einen Absturz simulieren. Eine solche Simulation liefert Aussagen, in welchen Hangbereich und wie tief der Felsbrocken vermutlich abstürzen wird. Möglicherweiser muss der Fels mit Dynamit gesprengt werden oder es wird mittels einer "Kaltsprengung" eine Flüssigkeit in den Spalt gepresst, damit das morsche Gestein auseinander bricht. Ob vorher die Hütte abgebaut werden kann, ist unklar.
Die Stadt Traben-Trarbach musste wegen früherer Felsstürze bereits viel Ärger hinnehmen. In den Jahren 2001, 2002 und 2005 mussten nach Felsstürzen oberhalb der B 53 zwischen Wolfer Brücke und Rißbach umfangreiche Sicherungsarbeiten vorgenommen werden. Die Bundesstraße war zeitweise komplett gesperrt. Riesige Stahl- anker wurden in den absturzgefährdeten Felsen getrieben, an dem ein 3000 Quadratmeter großes Stahl-Eisengeflecht befestigt wurde. Am Fuß des Berges montierten Spezialisten zusätzlich einen großen Fangzaun. Von einer Sprengung des Felsens hatte man seinerzeit abgesehen.