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Bissiger Hund fällt erneut Ziegen an

Bissiger Hund fällt erneut Ziegen an

Der Schock bei Gertrud Elsen sitzt immer noch tief: Drei ihrer Kaschmirziegen sind am Montag von einem freilaufenden Hund angefallen und verletzt worden. Die wertvollen Tiere grasten auf einer Weide im Wittlicher Stadtteil Lüxem. Die Tierhalterin hat Anzeige gegen den Hundebesitzer erstattet.

"Mir geht es nicht gut, nach so einem Vorfall schläft man nicht mehr gut", sagt Gertrud Elsen. Es ist ihr noch anzumerken, wie schockierend die Situation für sie am Montagmorgen war, als sie zwei ihrer Kaschmirziegen blutend, "traumatisiert" und zusammengekauert in einer Ecke der Weide am Rollkopf in Lüxem aufgefunden hatte - mit "schweren Bissverletzungen an Hals, Hinterschenkel und Unterkiefer". Erst Stunden später habe sie dann auch die dritte Ziege, ein fünf Monate altes Lamm, entdeckt. Auch das Zicklein war am Hals verletzt. Die anderen Tiere der Herde, die sie für den Naturschutzbund (Nabu) dort hält (siehe "Für Kinder"), hatten sich "in einer Ecke der Weide zusammengerottet", sagt Gertrud Elsen. Obwohl die 2,8 Hektar große Weide, auf der 13 ihrer insgesamt 40 Ziegen grasen, mit einem 110 Zentimeter hohen Gitterzaun umgeben ist, sei ein freilaufender Hund auf das Areal eingedrungen und habe dort gewütet. Elsen sagt, es gab zwei Augenzeugen, die alles beobachtet und sie informiert haben. Elsen rief den Tierarzt hinzu, der die Ziegen medizinisch versorgte.
"Das ist nicht das erste Mal, dass das passiert", sagt die Ziegenhalterin. Bereits im September 2012 habe der gleiche Hund, ein Husky-Mischling, schon einmal ihre Ziegen angefallen (der TV berichtete). Damals sei er ebenfalls auf ein fünf Monate altes Lamm losgegangen: "Ihm hat er die obere Hälfte des Kopfes weggebissen." Das Tier lebte nach dem Angriff allerdings noch, der Tierarzt musste es einschläfern. 2012 hat Gertrud Elsen das Ordnungsamt darüber informiert, doch, so sagt sie, "da wurde nichts unternommen. Es wurde nicht erreicht, dass der Hund einen Maulkorb tragen muss." Gertrud Elsen bedauert das. Denn sonst wäre der zweite Angriff auf ihre Tiere am Montag sicher anders verlaufen oder hätte verhindert werden können, meint sie. Deshalb hat sie nun Anzeige bei der Kriminalpolizei Wittlich erstattet und auch einen Anwalt eingeschaltet. Sie sagt: "Ich will dem Hundebesitzer nicht unterstellen, dass das Absicht war. Aber dieser Hund gehört an die Leine, das will ich erreichen."
Kriminaloberkommissarin Heidi Kessler bearbeitet den Fall. "Die Ermittlungen laufen", sagt sie. Die beiden Zeugen werde sie vernehmen. "Wenn es um Leinenpflicht geht, ist das aber Sache des Ordnungsamtes", sagt die Beamtin. Deshalb werde sie den Fall an das Ordnungsamt, aber auch an die Staatsanwaltschaft weiterleiten.
Extra für Kinder

Die Wittlicher Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) setzt die Kaschmirziegen am Rollkopf zur Landschaftspflege ein. Die Wiese, auf der Gertrud Elsens Herde weidet, hat der Nabu von der Stadt gepachtet. Insgesamt gehören Gertrud Elsen, die auch selbst Nabu-Mitglied ist, 40 der wertvollen Kaschmirziegen, 13 von ihnen sind auf der Wiese in Lüxem. Die Tiere sorgen dafür, dass das Gelände nicht verbuscht. Sie haben eine Vorliebe für dornige und bittere Pflanzen, scheuen auch vor Brombeerhecken nicht zurück. Auch Disteln fressen sie, allerdings knabbern sie nicht wie andere Arten an Bäumen. cofi
Extra Anleinpflicht

Die Weide, auf der Gertrud Elsen die Herde mit den 13 Kaschmirziegen hält, befindet sich im Wittlicher Stadtteil Lüxem. Wo Hunde an die Leine genommen werden müssen, wird von der Stadt Wittlich in der Gefahrenabwehrverordnung geregelt. Dort heißt es unter anderem: "Hunde sind so zu halten und in der Öffentlichkeit so zu führen, dass eine Belästigung unbeteiligter Personen ausgeschlossen ist. Auf Straßen innerhalb des geschlossenen Stadtgebietes und in Anlagen dürfen Hunde nur von aufsichtsfähigen Personen und nur angeleint geführt werden. Bissige oder bösartige Hunde sind an kurzer Leine bei Fuß zu führen." Die Verpflichtung, Hunde an der Leine zu führen, gelte unabhängig von Größe und Rasse, teilt Stadtsprecher Jan Mußweiler mit. Im Einzelfall werde geprüft, ob Hunde einen Maulkorb tragen müssen. Ob die Leinenpflicht eingehalten wird, überprüfen die städtischen Vollzugsbeamten im Rahmen ihres Streifendienstes. Bei Verstößen gegen die Gefahrenabwehrverordnung drohen Bußgelder bis zu 1000 Euro, erklärt Jan Mußweiler.cofi