Bitburg bleibt ein Streitthema
Die jahrelang angekündigte Genehmigung für den Start größerer Flugzeuge in Bitburg ist nun da. Der Bernkastel-Wittlicher Kreistag bleibt weiterhin in der Frage gespalten, ob sich der Kreis finanziell bei der Entwicklung des Flugplatzes engagieren soll.
Wittlich/Bitburg. Für die einen ist das finanzielle Engagement des Landkreises Bernkastel-Wittlich eine sinnvolle Investition in die Zukunft. Für die anderen ist die jährliche Zahlung von Geld für die Entwicklung der früheren Air-Force-Air-Base Verschwendung. Daran hat die Genehmigung für Flüge mit einem Abfluggewicht ab 14 Tonnen nichts geändert.
Verhandlungen über einen geringeren Zuschuss
Für die CDU-Fraktion stellt Jürgen Jakobs fest: "Wir stehen zu unserer Aussage, dass wir die Entwicklung des Flugplatzes weiter positiv begleiten wollen." Nun müsse die Genehmigung genau studiert werden. Sie enthalte sicher die eine oder andere Auflage. Zudem müsse mit der Flugplatz-GmbH verhandelt werden. Schließlich gebe es einen Beschluss des Kreistags, zum Jahresende aus der GmbH auszusteigen, wenn der Beitrag des Landkreises Bernkastel-Wittlich nicht sinke, sagt der Fraktionsvorsitzende.
Ganz anders sieht das Günter Rösch. "Die Haltung der SPD bleibt. Wir sollten uns lieber auf den Hahn konzentrieren." Das Geld für Bitburg würde besser in die Entwicklung der Infrastruktur rund um den Hunsrück-Airport investiert. Bisher habe der Landkreis Bernkastel-Wittlich mehr als 100 000 Euro für den Flugplatz in der Eifel ausgegeben. "Der Bitburger Platz wird weiter ein Fass ohne Boden bleiben", sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende. Er plädiert dafür, dem Beispiel der Handwerkskammer Trier zu folgen und aus dem Vorhaben auszusteigen.
Mit den Worten "Endlich. Endlich" kommentiert FDP-Fraktionschef Dirk Richter die Genehmigung. "Jetzt müssen wir genau prüfen, was da drin steht und was das für den Landkreis bedeutet." Der Liberale ist der Ansicht, dass der Bitburger Flugplatz die wirtschaftliche Lage der Region positiv beeinflussen kann.
Nur noch fünf Jahre für den Flugplatz zahlen möchte die FWG. "Wir sind für einen schrittweisen Ausstieg aus der Flugplatz-GmbH", sagt Karl-Heinz Erz. Er habe schon fast nicht mehr an die Genehmigung geglaubt. Dass sie nun da sei, "freut mich für Bitburg".
Überhaupt nicht froh mit der neuesten Entwicklung ist Jutta Blatzheim-Rögler (Bündnis 90/Grüne). "Wir halten den Flugplatz für Quatsch." Seit Jahren fordere ihre Fraktion den Ausstieg.
In dieser Frage stimmt ihr Heide Weidemann (VBB) zu: "Bitburg hat auch ohne fliegerische Nutzung gezeigt, dass regionale Gewerbeentwicklung funktioniert", sagt die Fraktionsvorsitzende. Sie wisse gar nicht, warum die Verantwortlichen da noch einen Flugbetrieb brauchten.