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Blaue Tonnen bleiben stehen

 Eine übervolle Blaue Tonne und viele Gelbe Säcke: So wie auf diesem Foto sieht es derzeit an vielen Orten im Morbacher Ortskern und den Dörfern drumherum aus. TV-Foto: Christoph Strouvelle
Eine übervolle Blaue Tonne und viele Gelbe Säcke: So wie auf diesem Foto sieht es derzeit an vielen Orten im Morbacher Ortskern und den Dörfern drumherum aus. TV-Foto: Christoph Strouvelle FOTO: Christoph Strouvelle (cst) ("TV-Upload Strouvelle"
Morbach. Schnee und Eis haben die Abholung von Papiertonne und Gelben Säcken in einigen Morbacher Ortsteilen unmöglich gemacht. Die Bürger müssen ihre Abfälle bis zum nächsten Abfuhrtermin einlagern. Das sorgt für Unmut. Christoph Strouvelle

Morbach. Blau und gelb: Diese Farben haben die beiden Behälter, über die sich die Morbacher derzeit ärgern. Denn gelb sind die Säcke, in denen die Haushalte ihren Verpackungsmüll sammeln, einen blauen Deckel haben die Tonnen, in die seit Jahresbeginn das Altpapier gehört. Doch die Premiere ins Sachen Papiertonne ist gründlich schief gegangen. Denn vergangenen Freitag sollten die neu eingeführten Abfallbehälter in Morbach zum ersten Mal geleert werden.
Müll steht weiter an der Straße


Doch die Müllautos sind wegen Schnee und Glätte ausgeblieben. Insbesondere in den höheren Lagen von Hunsrück seien Häuser, Straßen und Orte wegen Schneemassen und Glätte am Tag der Abfuhr nicht erreichbar, so dass die Tonnen nicht geleert werden könnten, teilt der zuständige Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) mit. Viele Morbacher haben offenbar damit gerechnet, dass die Abfuhr nachgeholt wird.
In den Straßen stehen am Dienstag - also mehrere Tage nach dem regulären Abfuhrtermin - nach wie vor die Tonnen am Straßenrand, die blauen Deckel sind wegen der Schneedecke oft nicht zu erkennen. Daneben schimmern unter einer weißen Haube Gelbe Säcke durch. Ganz besonders ist das im eng bebauten Ortskern der Fall, wo sich mehrere Parteien in einem Haus befinden. In der Birkenfelder Straße entlang der Eisdiele stehen gleich fünf blaue Tonnen, daneben liegen rund 50 Gelbe Säcke, von denen einige schon aufgerissen sind. Doch die Anwohner werden ihre Säcke wieder auseinanderdividieren und vier Wochen lang lagern müssen. Denn wer gehofft hat, dass die Abfuhr nachgeholt wird, sieht sich getäuscht.
Aus Kapazitätsgründen wegen der Witterungsverhältnisse könnten die Touren nicht nachgefahren werden, heißt es vonseiten des Zweckverbandes.
Das ärgert Ina Mertiny-Dombrowski, Vorstandsmitglied des Morbacher Gewerbe- und Verkehrsvereins. "Eine unschöne Sache", sagt sie. Sowohl an ihrem Geschäfts-, als auch an ihrem Privathaus muss sie jetzt alle Behältnisse vom Schnee befreien und vom Straßenrand entfernen. "Da heißt es nur die Faust in der Tasche machen und alles wieder in den Keller schleppen", sagt sie. Zugleich bittet sie alle Anwohner, dass diese die blauen Tonnen und die Gelben Säcke ebenfalls schnell wegräumen. "Es ist nicht schön fürs Ortsbild", sagt sie.
Sabine Schmitz aus Morbach kann die Entscheidung der ART nicht nachvollziehen, die Entsorgung wegen fehlender Kapazitäten nicht nachzuholen. Ein Logistikunternehmen müsse Reserven haben.
"Was machen die denn, wenn ein Auto wegen technischer Probleme oder ein Fahrer wegen Krankheit plötzlich ausfällt", fragt sie. Dass die Abholung erst in vier Wochen nachgeholt wird, könne nicht sein. Die Abfälle in den Gelben Säcken seien dann bis zu acht Wochen alt. "Lasse ich sie draußen stehen, locken sie Ungeziefer an. Hole ich sie rein, fängt der Inhalt an zu schimmeln", sagt sie. Gleichzeitig kritisiert sie diejenigen, die trotz Sturmwarnung am Tag vor der Abfuhr die gelben Säcke an den Straßenrand gestellt haben. "Die wehen doch weg", sagt sie.
Das kann der Gonzerather Ortsvorsteher Dietmar Thömmes bestätigen. Ein Beschäftigter, der sich um Ordnung auf öffentlichem Gelände kümmert, hat etwa 20 Gelbe Säcke eingesammelt, die am Freitag auf der Straße rumgerollt sind. Der Ortsvorsteher bittet die Bürger, ihre Gelben Säcke wieder zu entfernen, damit diese nicht von Hunden aufgerissen werden.
Wie geht es weiter? Straßen, die aufgrund der Witterung von der ART nicht angefahren werden konnten, sind den Abfuhrunternehmen bekannt, teilt die ART mit.
Dort dürften bei der nächsten regulären Abfuhr zu den Tonnen auch geeignete Behältnisse wie handelsübliche Kunststoffsäcke für Restabfälle oder in Morbach Papiersäcke und Kartons für Altpapier ausnahmsweise hinzugestellt werden. Die ART weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Abfälle nach einer ausgefallenen Tour noch am selben Tag wieder weggeholt werden müssen.
Leserecho: Seit wenigen Wochen gibt es im Landkreis Blaue Tonnen. Die erste Abholung fiel wegen Eis und Schnee in manchen Dörfern aus, auch für die Gelben Säcke. Eine zusätzliche Abholung soll es laut Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier nicht geben. Die Bürger sollen sie beim nächsten Abfuhrtermin wieder rausstellen. Was halten Sie davon? Schreiben Sie uns bitte an mosel@volksfreund.de und nennen Sie uns Vor- und Nachnamen sowie den Wohnort.

Extra

Auf der Facebook-Seite der Wittlicher TV-Redaktion ( <a data-fcms-auto="true" href="http://www.facebook.com/wittlich" class="more" >www.facebook.com/wittlich) hat der Artikel über die nicht geleerten Papiertonnen größtenteils für Unmut unter den Usern gesorgt, wie viele Menschen in der Kommentarfunktion schrieben. Von "Papier über die Leitplanke" werfen, Unverständnis über die Nicht-Leerung und die Frage, was man mit dem überflüssigen Papier bis zur nächsten Leerung mache, reichten die Kommentare. Einige User, vornehmlich von der Mosel, berichteten aber auch, dass ihre Tonnen pünktlich geleert wurden. will