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Blitzerstatistik: Schnellster Raser im Hunsrück erwischt

Wo wird wie oft zu schnell gefahren? : Blitzerstatistik: Schnellster Raser im Hunsrück erwischt

Blitzer, Blitzer, am Straßenrand, wer ist der schnellste Fahrer im ganzen Land? Der TV hat die Polizei zu den Ergebnissen der Geschwindigkeitsüberwachung im Landkreis Bernkastel-Wittlich 2018 gefragt.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Trier passieren immer mehr Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit. Von 2016 auf 2017 stieg die Zahl der Unfälle, die durch Raser verursacht wurden, um knapp sechs Prozent.

In der Hitparade der Unfallursachen, der Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums Trier, schafft es die überhöhte Geschwindigkeit nach wie vor ganz oben auf den dritten Platz. Noch häufiger knallt es laut der Statistik allerdings, weil Verkehrsteilnehmer nicht genügend Abstand halten oder Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren machen.

„Weil die überhöhte Geschwindigkeit bei den Unfallursachen ganz oben mitspielt, werden Kontrollen durchgeführt, um zu ermahnen, damit weniger Unfälle passieren“, erklärt Polizeihauptkommissar Sven Lehrke von der Polizeiinspektion Wittlich. Rennstrecken gibt es im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Hülle und Fülle: Besonders kräftig aufs Gaspedal gedrückt wird nach Meinung der Anwohner besonders gerne auf der L 141 zwischen Wittlich, Salmtal und Hetzerath, der L 47 zwischen Maring-Noviand und Osann-Monzel, der B 53 bei Kröv, Kinheim und Enkirch, der Hunsrückhöhenstraße B 327 bei Morbach und, und, und. Der TV hat nachgefragt, was die Polizei 2018 gegen das Rasen unternommen hat.

Messungen Die Ergebnisse der Geschwindigkeitsüberwachungen erfasst die Polizei anhand der Dienstbezirke. Diese stimmen wie auch im Landkreis Bernkastel-Wittlich nicht immer mit den Kreisgrenzen überein. Deshalb kann die Polizei nur Zahlen zusammengefasst für den Bereich der Polizeiinspektionen Wittlich, Bernkastel-Kues, Morbach und Zell übermitteln, die im Grunde jedoch den Landkreis Bernkastel-Wittlich abbilden. Auch bei den Messungen im Landkreis sind verschiedene Dienststellen tätig:

Zum einen gibt es die zentralen Verkehrsdienste bei der Polizeidirektion Wittlich, die im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Trier Radarkontrollen durchführen. Darüber hinaus ist diese Dienststelle für den Einsatz der Radaranhänger zuständig.

Zusätzlich verfügen die Polizeidienststellen in Wittlich, Bernkastel-kues, Morbach und Zell über Laserpistolen, mit denen nach eigener Lagebeurteilung der Dienststellen Geschwindigkeiten gemessen werden.

„Wir messen regelmäßig, aber nicht täglich“, sagt Polizeihauptkommissar Lehrke. Karl-Peter Jochem, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Trier, erklärt: „Im Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis Ende Dezember wurden im Bereich der zuständigen Polizeiinspektionen 8331 Fahrzeuge gemessen, die die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten haben. Jochem: „Die meisten Kontrollen fanden auf der B 50 bei Wittlich und auf der B 327 bei Morbach-Gutenthal statt. Hier hat es jeweils 14 Messungen gegeben.“

Wer hat den Vogel abgeschossen? Jochem: „Die Frage nach der höchsten Geschwindigkeit beantworte ich mit dem höchsten Geschwindigkeitsverstoß. Den gab es bei einer Kontrolle auf der B 327 bei Immert. Hier wurde ein Fahrzeugführer bei erlaubtem Tempo-100 mit 165 Kilometern in der Stunde gemessen.“

Entgegen der Meinung einiger Anwohner und Ortsbürgermeister im Landkreis, die ihre Ortsdurchfahrten als „echte Rennstrecken“ bezeichnen, wo täglich gerast werde, erklärt Lehrke: „Es fährt überall und immer mal wieder jemand zu schnell. Oftmals ist es ein subjektives Empfinden mancher Anwohner. Sobald wir und dort hin stellen und messen, relativiert sich das wieder.“

Bei den Messergebnissen gebe es nur wenige Ausreißer nach oben, sagt Lehrke. Die meisten Temposünder würden das jeweils erlaubte Tempo um maximal 25 Kilometer in der Stunde überschreiten. Darüber gebe es nur Einzelfälle.

Kommunen Die Verbandsgemeinde Wittlich-Land überlegt derzeit, die Geschwindigkeitsüberwachung für ihre 45 Gemeinden selbst in die Hand zu nehmen (der TV berichtete). Das wünschen sich zumindest viele Bürger und auch Mitglieder des Ortsgemeinderates in Hasborn. Mit einem Beschluss hat das Gremium die Verbandsgemeinde aufgefordert, die Geschwindigkeitsüberwachung selbst zu organisieren – gleiches hat die Stadt Trier bereits umgesetzt. Dort blitzt das Rathaus seit Anfang 2016 und hat dafür Personal eingestellt und Ausstattung angeschafft. Die Verbandsgemeinde werde die Durchführbarkeit und das Kosten-Nutzen-Verhältnis nach Aussage ihres Bürgermeisters Dennis Junk im ersten Quartal dieses Jahres prüfen und auch eine Entscheidung darüber treffen.