Blütebeginn in guten Lagen

Die schwülwarme Witterung der vergangenen Woche hat die Rebentwicklung weiterhin begünstigt. In guten Lagen, so wie bei früh reifenden Sorten, hat zu Beginn der 21. Woche die Rebblüte begonnen. Bei weiterhin hochsommerlich warmen Temperaturen steht die Blüte der mittleren Lagen unmittelbar bevor und wird binnen weniger Tage abgeschlossen sein. In den nächsten Tagen stellt sich voraussichtlich ein wechselhafter Mix aus sonnigen Abschnitten, Wolken sowie Schauern und Gewittern ein.

Bernkastel-Kues. (red) Unabhängig vom Termin der letzten Spritzung ist eine Spritzung nach dem Abwerfen der Blütenkäppchen einzuplanen, da die unter den Blütenkäppchen liegenden Fruchtknoten keinerlei Schutz aufweisen. Zwar wurden im Mai die Wasserreserven der Böden in den meisten Lagen etwas aufgefüllt, nach wie vor besteht jedoch ein erhebliches Wasserdefizit. Begrünungen sind daher kurz zu halten, offene Rebgassen sind regelmäßig flach zu grubbern, um starke Verdunstung zu vermeiden.Peronospora: Trotz des sehr hohen Infektionsdrucks wurden bisher nur wenige Ölflecken gefunden. Allerdings melden fast täglich die Wetterstationen Bedingungen für weitere Blattinfektionen.Auf Grund der im gesamten Anbaugebiet erfolgten oder gemeldeten Gewitterniederschläge sollten zur Sicherheit tiefenwirksame Fungizide zum Einsatz kommen (z. B. Cabrio Top 1,6 bis 2 kg/ha, Equation Pro 0,32 bis 0,4 kg/ha, Forum 0,96 bis 1,2 l/ha, Forum Star 0,96 bis 1,2 kg/ha, Melody Combi 1,2 bis 1,5 kg/ha, Mildicut 2,0 bis 2,5 l/ha, Ridomil Gold Combi 1,2 bis 1,5 kg/ha oder Universalis 1,6 bis 2,0 l/ha).Bitte melden Sie uns weiterhin das Auftreten von Ölflecken und Pilzrasen.Oidium: Die zur Zeit vorherrschende Witterung begünstigt die Entwicklung von Oidium. Während und kurz nach der Blüte besteht die höchste Anfälligkeit der Trauben für Infektionen. Mit einer Zunahme des Oidiumbefalls ist daher zu rechnen. Für anstehende Behandlungen werden deshalb organische Oidiumfungizide der neueren Generation empfohlen. Geeignet sind beispielsweise die Strobilurine Cabrio Top (1,6 bis 2 kg/ha), Collis (0,32 bis 0,4 l/ha), Discus oder Stroby WG (0,12 bis 0,15 kg/ha), Flint (0,12 bis 0,15 kg/ha) oder Universalis (1,6 bis 2 l/ha) sowie Prosper (0,4 bis 0,5 l/ha), Talendo (0,2 bis 0,25 l/ha), Vento (0,2 bis 0,25 l/ha) und Vivando (0,16 bis 0,2 l/ha). Es ist zu beachten, dass jeweils ein Pero- oder Oidiumfungizid eine ausreichende Nebenwirkung gegenüber Schwarzfäule aufweist.Schwarzfäule: Insbesondere in der Nähe von Brachflächen wurden vereinzelt Symptome im Anbaugebiet gemeldet. Bis zur Traubenreife ist weiterhin ein Mittel mit Zusatzwirkung gegen Schwarzfäule einzusetzen.Traubenwickler: Nach vierwöchiger Flugdauer ist die Flugaktivität des Traubenwicklers weitestgehend zum Stillstand gekommen, ohne dass bisher Meldungen über stärkeren Befall bei uns eingegangen sind.Rote Spinne: Die Schadschwelle beträgt derzeit mehr als durchschnittlich 10 Spinnmilben pro Blatt. Eine Bekämpfung kann mit einem Akarizid wie zum Beispiel Apollo (0,24 bis 0,3 l/ha), Envidor (0,32 bis 0,4 l/ha, Masai (0,2 bis 0,25 kg/ha) oder Ordoval (0,32 kg/ha, nur in der Vorblüte einsetzbar) erfolgen. Achtung: Envidor ist bienengefährlich und darf nicht in die Blüte und auf blühenden Unterwuchs appliziert werden! Denken Sie an eine Ansiedlung von Raubmilben, ein Merkblatt dazu finden Sie im Internet unter www.dlr-mosel.rlp.de.Applikationstechnik: Bei obigen Mittelaufwandmengen wurde für die Spritzung bis zur Blüte der Basisaufwand mit dem Faktor 2,0, für Nachblütespritzungen mit dem Faktor 2,5 multipliziert. Im Steilhang ist ein 25% höherer Mittelaufwand anzuhalten.

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