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Blumenklau auf Friedhof empört Bürger

Blumenklau auf Friedhof empört Bürger

Im vergangenen Sommer hatten die Wildschweine den Trabener Friedhof mehrfach heimgesucht und Gräber verwüstet (der TV berichtete). Seit ein Elektrozaun das Gelände schützt, sind die Schwarzkittel ausgeblieben, doch immer wieder vergreifen sich Friedhofsbesucher am Blumenschmuck und entwenden ihn. Die Betroffenheit der Angehörigen ist groß.

Traben-Trarbach. (GKB) Als Annelore Molz am vergangenen Wochenende das liebevoll bepflanzte Grab ihres im vergangenen Jahr vestorbenen Ehemannes Kurt besuchte, brach sie in Tränen aus. Die Einfassung und der Stein waren mit Erde völlig verschmutzt, die von der zweijährigen Enkeltochter dem Opa aufs Grab gelegte Spielzeug-Raupe lag nicht mehr neben den drei Vergissmeinnicht-Pflanzen, sondern mitten auf dem Grabstein, und eine große Pflanze war entwendet worden. Was Annelore Molz besonders aufregt, ist, dass der oder die Unbekannte eine der beiden verbliebenen Vergissmeinnicht umsetzte. Anscheinend, damit die durch den Diebstahl entstandene Lücke nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Die Witwe kann sich kaum beruhigen und fragt immer wieder fassungslos: "Wer macht so was?".Besonders schlimm ist es am Muttertag

Eine andere Friedhofsbesucherin erzählt, dass immer öfter Blumensträuße von den Gräbern gestohlen werden. Ganz schlimm sei es am Muttertag. Man könne Friedhofsbesuchern eigentlich nur noch abraten, an jenem Tag die Gräber mit frischen Sträußen zu schmücken. Beliebt ist der Blumenklau in Traben-Trarbach auch nach Beerdigungen, wenn es besonders viele Gestecke und Sträuße gibt.Einige ungepflegte Gräber stören das Gesamtbild des Trabener Friedhofs, und die Angehörigen, die ihre Grabstätten liebevoll bepflanzen und pflegen, sind zutiefst bestürzt, dass ihre Arbeit durch Diebstahl und Zerstörung zunichte gemacht wird. "Die Betroffenen können Strafanzeige stellen", sagt Polizei-Hauptkommissar Hugo Gutjahr. Die Polizeiwache auf der Köveniger Straße ist unter den Rufnummern 06541/6270 oder 9634 zu erreichen.Alter Drucker in der Friedhofs-Abfalltonne

Allen Friedhofsbesuchern kann nur angeraten werden, die Augen nach Blumendieben offenzuhalten. Untersagt und ein weiteres Ärgernis ist überdies der Missbrauch der silbernen Metall-Tonnen für nicht kompostierbare Abfälle. Regelmäßig entsorgen Bürgerinnen und Bürger dort ihren Hausmüll, unlängst fand sich sogar ein ausgedienter PC-Drucker in der Abfalltonne. In den grünen und ausschließlich für Grünabfälle bestimmten Plastik-Tonnen landen hingegen immer wieder nichtkompostierbare Abfälle. "Können die Menschen nicht lesen?", fragt eine Friedhofsbesucherin, "es steht doch groß drauf, für welche Abfälle welche Tonne vorgesehen ist".Annelore Molz traut sich nun nicht mehr, in dieser Woche das Grab ihres Ehemannes an seinem ersten Todestag mit einem Blumenstrauß zu schmücken. Der dreiste Diebstahl hat die Witwe sehr erschüttert.