BMX-Bahn erwacht aus dem Dornröschenschlaf

BMX-Bahn erwacht aus dem Dornröschenschlaf

Jahrelang hat sich nichts an der BMX-Bahn am Rand des Wittlicher Stadtteils Neuerburg getan. Jetzt möchte ein Privatmann die 20 Jahre alte Sportanlage für Radakrobaten auf eigene Kosten wieder für ihren ursprünglichen Zweck herrichten. Noch ist das Gelände aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich zugänglich.

Wittlich-Neuerburg. Was auf dem ehemaligen Landesgartenschau-Gelände in Trier vor sechs Jahren entstand, hat Wittlich bereits seit zwei Jahrzehnten: eine BMX-Bahn. Doch das Gelände oberhalb des Neuerburger Sportplatzes lag zuletzt im Dornröschenschlaf. Statt spektakulärer Fahrradakrobatik konnte man dort beobachten, wie sich Dornenranken immer weiter ausbreiteten. Das könnte nun ein Ende haben.
Sprunghügel und Steilkurven


"Hocherfreut", so der erste stellvertretende Ortsvorsteher von Neuerburg, Udo Reihsner, sei der Ortsbeirat über die Anfrage von Thomas Berens gewesen. Der Betriebsleiter des Wittlicher Vitelliusbades wolle die BMX-Bahn auf eigene Kosten wieder in Schuss bringen. Das bedeutet für Berens vor allem: Muskelkraft. Ein Teilstück ist bereits freigelegt.
Weil sein Sohn Interesse am BMX-Fahren entwickelt habe, sei er auf der Suche nach einem geeigneten Übungsgelände auf die Neuerburger Anlage gestoßen, erzählt Berens. Die Bahn war Anfang der 90er Jahre gebaut worden. Es handelt sich um einen verschlungenen Rundkurs mit Starthügel, Sprunghügeln und Steilkurven. Das Ganze ähnelt der Miniatur einer Motocross-Strecke.
Der Parcours ist mit alten Autoreifen eingefasst, das Gelände eingezäunt. Ein Kritikpunkt an der Strecke in Neuerburg war immer die Randlage oberhalb des Neuerburger Sportplatzes rund fünf Kilometer Luftlinie vom Wittlicher Stadtzentrum entfernt. Laut Michael Grelak existiert in Dudenhofen bei Speyer die einzige zurzeit noch befahrbare offizielle BMX-Race-Bahn in Rheinland-Pfalz. Von einer Anlage in der Region Trier habe er noch nie etwas gehört, erklärte der BMX-Fachwart im Landes-Radsport-Verband, der selbst seit 1984 aktiv BMX-Rennsport betreibt.
Haftungsfrage noch ungeklärt


Ob sich aus seinem derzeitigen Engagement mehr entwickle, müsse man abwarten, sagt Berens: "Wir wollen erst mal gucken, ob den Jungs das gefällt." Diese hätten schon angedeutet, dass die Sprunghügel nicht hoch genug seien. Höhere Sprünge bedeuteten aber auch größere Unfallgefahr. Das ist auch der Grund, weshalb die Anlage zurzeit nicht öffentlich zugänglich ist. Das Stichwort laute Verkehrssicherung. Wer bei Unfällen haftet, ist noch nicht geklärt.Extra

BMX steht für Bicycle Moto Cross. Die Sportart entstand Ende der 60er Jahre in Kalifornien und erlebte ihre Blütezeit in Deutschland Mitte der 80er Jahre. Gefahren wird auf kleinen Fahrrädern mit 20-Zoll-Rädern. Es gibt verschiedene Varianten, von denen Freestyle die zurzeit wohl populärste ist. Dabei werden unterschiedliche Tricks, vor allem Sprünge über oder mit Hilfe von natürlichen oder künstlichen Hindernissen, vorgeführt. Die Neuerburger Anlage eignet sich vor allem für die Variante Race, die in London zum zweiten Mal auf dem Programm der Olympischen Spiele steht. teu

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