Böhrs langer Schatten

Die Kreis-CDU ist zutiefst gespalten. Die Hausmacht von Alex Licht, der seit 1992 unangefochten an der Parteispitze steht, bröckelt. "Parteifreunde", die noch eine Rechnung mit ihm offen haben, wollen ihn vom Thron stürzen.

Sie werfen ihm vor allem seine Gegnerschaft zum Landesvorsitzenden Christoph Böhr vor. Seitdem habe der Kreis in Mainz schlechte Karten, sagen sie. Jutta Schneider, die schon einmal Stadtbürgermeisterin werden wollte, ist ehrgeizig genug, um die Chance zu ergreifen. Auf den ersten, oberflächlichen Blick scheint Licht klarer Favorit zu sein. Die Vorsitzenden der großen Gemeindeverbände stehen hinter ihm. Doch tun dies auch die Delegierten? Jutta Schneider wird kämpfen. Sie weiß, dass sie eine Chance hat. Sie sieht sich nicht als Alibi-Kandidatin, sie will in den Landtag. Alex Licht wird wohl noch viele Gespräche führen müssen, will er nicht am 19. Mai ein persönliches Desaster erleben. w.simon@volksfreund.de