Böser Internet-Bube trägt Hauptschuld

Böser Internet-Bube trägt Hauptschuld

Alleine 110 Betrugsfälle werden einem Mann von der Mittelmosel zur Last gelegt. Ohne diese Delikte sähe die Kriminalstatistik 2006 sehr viel besser aus, denn in vielen anderen Bereichen sank die Kriminalität.

Bernkastel-Kues. (cb) Entgegen dem Landestrend sind die Straftaten im Bereich der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues im Jahr 2007 leicht gestiegen. Dies sei aber kein Anlass zur Besorgnis, sagt Helmut Kaspar, Leiter der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues. Der Anstieg betreffe insbesondere das Deliktsfeld Betrug. Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten sei eine Steigerung um 73 Fälle auf 290 Straftaten zu verzeichnen. Alleine die Betrugsfälle seien von 150 auf 212 gestiegen. Die Internetkriminalität mache auch vor ländlichen Bereichen nicht Halt, sagt Kaspar. 2007 hatte es die Polizei mit einem Täter von der Mittelmosel zu tun, dem 110 Betrugsfälle in einem Internetauktionshaus mit einem immensen Schaden zur Last gelegt werden. Der 25-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Insgesamt sind die Straftaten von 1414 im Jahr 2006 um 46 Fälle angestiegen. Dennoch, so Kaspar, lebe es sich an der Mittelmosel sicher. Hierfür sei die Häufigkeitszahl (Straftaten pro 100 000 Einwohner) eine Maßeinheit. Diese Häufigkeitszahl liege im Bereich der PI Bernkastel-Kues bei 4726, im Bereich des Polizeipräsidiums Trier bei 6215 und in Rheinland-Pfalz bei 7123.Zahl der Diebstähle ging 2006 zurück

Hauptdelikt sind Diebstähle. Gegenüber 2006 ging die Zahl der einfachen Diebstähle um 56 auf 272 zurück. Bei den Ladendiebstählen ist ein starker Rückgang um 68 Fälle auf 111 Delikte zu verzeichnen. Offenbar habe sich her umgesprochen, dass eine verfeinerte Technik zum Sichern der Waren angewandt wird und vermehrt Detektive im Einsatz sind. Die Anzahl der schweren Diebstähle wie Einbruch ist um vier Fälle von 129 auf 133 gestiegen. Ein besonderes Augenmerk lege die Polizei auf die Einbrüche in Wohnungen, weil sie weiß, dass solche Straftaten die Bürger in besonderer Weise verunsichern, in einigen Fällen gar traumatisieren, erläutert Kaspar. In diesen Fällen betreibe die Polizei auch eine Nachsorge, um den Wohnungsinhabern wieder ein Gefühl der Sicherheit zu geben. Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank um zwei auf elf. Ein großer Bereich sind die Körperverletzungen. Ihre Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr minimal gesunken und liegt bei 138 Fällen. Mehr als zwei Drittel der Taten liegen im Bereich der einfachen Körperverletzung.Sachbeschädigungen stellen noch immer ein großes Deliktfeld dar. 2007 ist die Zahl um 40 Fälle auf 209 gestiegen. Fast die Hälfte davon sind Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen. Die Zahl der Rauschgiftdelikte ist um 13 Fälle zurückgegangen und liegt bei 71. Sie ist damit niedriger als in den vergangenen beiden Jahren. Die sehr hohe Aufklärungsquote von 66,10 Prozent konnte 2007 in etwa gehalten werden. Sie liege weiterhin erheblich über dem Landesdurchschnitt, sagt Helmut Kaspar.