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Bogenschützen verlassen den Erbeskopf

Bogenschützen verlassen den Erbeskopf

Auf dem Erbeskopf wird es keine Bogenturniere mehr geben. Das hat mehrere Gründe, wie der Veranstalter Kalle Hörnig dem TV berichtet.

Erbeskopf Fast zehn Jahre ist der Erbeskopf Treffpunkt für Bogenschützen aus ganz Deutschland gewesen. Deutsche Meisterschaften in verschiedenen Bogensportdisziplinen haben meist im Frühjahr bis zu 500 Schützen und Begleiter in die Wälder rund um die höchste Erhebung von Rheinland-Pfalz gelockt. Doch damit ist nach diesem Jahr Schluss, sagt Kalle Hörnig aus Oberhambach, Kreis Birkenfeld. "Wir verabschieden uns an dem Standort von allen Turnieren", sagt er. Hörnig hatte als Einzelunternehmer am Erbeskopf zwei Turniere pro Jahr auf eigene Kosten und eigenes Risiko veranstaltet. Die Gründe für den Abschied sind Kostenerhöhungen, die er nicht auffangen kann. Seine Rechnung: Von der Teilnehmergebühr muss er Umsatzsteuer und Beiträge an Landesforsten und den Zweckverband Erbeskopf abführen. Doch Landesforsten hätten den Beitrag pro Teilnehmer verdoppelt, der Zweckverband sogar verdreifacht. "Das ist zu viel", sagt er. Den Beitrag in Höhe von 20 Euro pro Teilnehmer kann er nicht erhöhen, da er im Vergleich mit anderen Bogensportturnieren dann zu teuer werde. Diese werden meist von Vereinen organisiert, die keine Umsatzsteuer, Einkommensteuer und geringere oder keine Gebühren zahlen müssen. Zudem könne er das Hunsrückhaus aufgrund der Neuordnung im Zuge der Nationalparkgründung nicht mehr so als Basis benutzen wie in der Vergangenheit. Doch ohne Station geht es nicht: "Ich kann die Bogenschützen nicht draußen stehen lassen, auch im Mai kann es kalt sein", sagt er.
Hinzu kommt ein weiteres Projekt, das gescheitert ist: Hörnig wollte mehrere Ganzjahresparcours im Wald am Erbeskopf aufbauen. Der Gedanke: Bogenschützen machen in der Region Urlaub und fahren täglich zu einem anderen Parcours. Diese Art Urlaub sei in Österreich bei Bogenschützen populär, sagt er. Laut der Internetseite 3d-Bogenturniere gibt es nahe gelegene Ganzjahresparcours in den Landkreisen Birkenfeld und Bad Kreuznach und weitere sechs im Saarland. Doch hier hat ihm Landesforsten einen Strich durch die Rechnung gemacht: Hörnig sollte das dafür anvisierte mehrere Hektar große Waldstück einzäunen. "Wenn ich das mache, dann bin ich pleite", sagt er.
Dabei sieht sich Hörnig auch als Tourismusförderer. Denn mit den Bogenschützen nutzten viele Übernachtungsgäste die Gastronomie und die Geschäft rund um den Erbeskopf. Hörnig: "Das wird nicht so anerkannt, wie wir uns das vorstellen", sagt er.
Marc Hüllenkremer, Vorsitzender des Zweckverbands Erbeskopf, bedauert die Entscheidung von Hörnig. Der Zweckverbundes habe diesen im Rahmen seiner Möglichkeiten erheblich unterstützt, indem man dem Organisator Räumlichkeiten im Hunsrückhaus einschließlich Personal und Flächen im Außenbereich bereitgestellt habe, weil man in Hörnigs Aktivitäten eine Bereicherung des Natur- und Erlebnisangebots sehe und es auch im Interesse des Zweckverbandes liege, dass diese Veranstaltungen erfolgreich verlaufen.
Des Weiteren habe man aus diesen Gründen den Ausrichter bei Bedarf bei der Herrichtung seiner Anlagen unterstützt, ohne dies in Rechnung zu stellen. Der Zweckverband habe auch die geplante Einrichtung eines dauerhaften Bogenschießplatzes am Erbeskopf gegenüber dem Land begrüßt. Den Vorwurf, dass sich die Gebühren verdreifacht hätten, weist Hüllenkremer zurück. Die Entgelte richteten sich nach der Satzung und seien seit Jahren unverändert. Die berechneten Beiträge richteten sich auch danach, welche Räumlichkeiten und welche Infrastruktur Hörnig wie lange belege.
Ulrich Zimmermann, Büroleiter des Forstamtes Idarwald, bestätigt die Auflagen und Gebührenerhöhungen durch Landesforsten. Die Einzäunung des Geländes sei notwendig, da der Wald frei begehbar sei und durch irregeleitete Pfeile Menschen zu Schaden kommen könnten. Die Erhöhung der Gebühren sei gerechtfertigt, da es sich um organisierte Veranstaltungen mit wirtschaftlichem Hintergrund handele. Diese Vorgehensweise sei mit der Zentralstelle der Forstverwaltung in Neustadt abgestimmt.
Extra: WEITERE TAGESSEMINARE FÜR ANFÄNGER BLEIBEN


Kalle Hörnig will in Kooperation mit dem Hunsrückhaus für Anfänger, die sich im Bogenschießen versuchen wollen, weiterhin Tagesseminare am Erbeskopf anbieten. Einen festen Parcours hat er seit dem 29.April in Hattgenstein/Landkreis Birkenfeld eingerichtet. Weitere Infos gibt es unter <%LINK auto="true" href="http://www.kalles-longbows.de" text="www.kalles-longbows.de" class="more"%>.