Bordellwerbung : Werbung für käuflichen Sex vor den Schulen

Ein Trierer Etablissement wirbt vor Wittlichs Bildungseinrichtungen  mit leichtbekleideten Damen für seine Dienstleistungen. In Trier ist das  mittlerweile verboten.

Vollste Befriedigung (englisch: Total Satisfaction) verspricht der Trierer Bordellbetreiber Club Pearls seinen Kunden und dazu die „wirklich schönsten Frauen aus aller Welt“.

So steht es auf den Plakaten, mit denen der Trierer Bordellbetreiber für käuflichen Sex wirbt – direkt vor Wittlichs Schulzentrum in der Kurfürstenstraße. Eine leichtbekleidete Dame im XXL-Format räkelt sich auf dem Plakat nahe dem Schulhof des Cusanus Gymnasiums und der Realschule plus, was in Trier mittlerweile verboten ist.

Denn seit dem  1. Januar darf in fast ganz Trier keine Reklame mehr für käuflichen Sex gemacht werden. Der TV hat den Landkreis Bernkastel-Wittlich um eine Stellungnahme zur Bordell-Reklame am Schulzentrum gebeten. Da Wittlich im Gegensatz zu Trier keine kreisfreie Stadt ist, liegt die Zuständigkeit im Bereich des Prostitutionsschutzgesetzes jedoch nicht bei der Stadtverwaltung, sondern bei der Kreisverwaltung.

Diese müsste also bei entsprechenden Verstößen gegen die geltenden gesetzlichen Regelungen tätig werden, sollte die Bordellwerbung nach Art der Darstellung, nach Inhalt oder Umfang gegen den Jugendschutz gemäß des Prostitutionsschutzgesetzes verstoßen. 

„Die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich wird sich mit dem Sachverhalt befassen und prüfen, ob die Möglichkeit und Notwendigkeit besteht, im vorliegenden Fall ordnungsbehördlich tätig zu werden“, erklärt Manuel Follmann, Pressesprecher der Kreisverwaltung. Die Verwaltung muss den Fall also zunächst unter die Lupe nehmen.

In den sozialen Netzwerken wie auf der Facebookseite der TV-Lokalredaktion Wittlich sorgte das aktuelle Foto zur Bordellwerbung vor dem Cusanus-Gymnasium für eine kontroverse Diskussion. „Was solls“, kommentiert eine Leserin das Foto, „als wäre das so tragisch. Die Kinder haben schon im Grundschulalter viel schlimmere und versaute Gedanken. Außerdem ist die Frau ja noch angezogen.“

Eine andere Leserin vertritt dazu eine gegenteilige Meinung: „Wer hier Prostitution nicht schlimm findet und fälschlicherweise glaubt, die Gegner wären ja total prüde, sollte sich gedanklich mal damit befassen, die eigene Tochter, Frau oder Mutter in diesen Berufsstand zu schicken.“ Bei wem dieser Gedanke ein Schaudern hinterlasse, sagt diese Leserin, der solle sich mal fragen warum.