Brand-Gefahr nimmt ab

MORBACH. Die Forstverwaltungen sehen die derzeitige Trockenheit mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Es besteht erhöhte Waldbrandgefahr, aber Holz kann besser geerntet werden.

Nicht nur die Hunsrücker Landwirte hoffen ungeduldig auf Regen.Auch im Forst warten die Mitarbeiter auf Niederschläge. Dennbleibt über mehrere Wochen der Regen aus, nimmt die Gefahr vonWaldbränden zu. Doch ist das nicht grundsätzlich so. Dennerstaunlicherweise ist das Risiko im Frühjahr im Prinzip höherals beispielsweise im August. Dass die Brandgefahr gerade im Frühjahr relativ groß ist, hat einen simplen Hintergrund. "Weil noch kein frisches Grün da ist und das alte zu trocken", erläutert Gerd Womelsdorf. "Und das brennt wie Zunder", fügt der Morbacher Forstamtleiter hinzu. Er weist auch darauf hin, dass im Wald das ganze Jahr über ein Rauchverbot besteht.

Kiefernwälder stärker gefährdet

Da sich jedoch in den Wäldern des Morbacher Forstes allmählich das erste Grün behauptet, nimmt die akute Gefahr von Tag zu Tag ab. Zumindest in den zum großen Teil aus Fichten bestehenden Beständen. Stark gefährdet sind dagegen Kiefernbestände, wie sie eher Richtung Mosel vorkommen. Das hat laut Womelsdorf seine Ursache im vielen Harz.

Auch für die Jungpflanzen besteht laut Womelsdorf derzeit noch keine akute Gefahr. "In den Oberböden ist noch relativ viel Feuchtigkeit vorhanden", beschreibt der Fachmann die momentane Situation innerhalb seines Zuständigkeitsbereiches. Selbst in tieferen Schichten sei der Boden derzeit noch gesättigt. Sollte der Regen jedoch auch in den nächsten 14 Tagen auf sich warten lassen, könnte es für die in den vergangenen Wochen gesetzten Pflanzen schwierig werden. Deshalb hofft auch er bis Monatsende auf Regen.

Nutzholzbohrer wird erst jetzt aktiv

In diesem Zusammenhang weist der Forstamtsleiter auch auf die Vorteile der anhaltenden Trockenheit hin. Vor allem in Verbindung mit den frostigen Temperaturen der vergangenen Woche sei er dafür dankbar gewesen.

Im Forst sei diese Zeit vermehrt für das Hauen von Holz genutzt worden, da es in dieser Situation nicht zu größeren Schäden beim Rücken des Holzes kommen könne. Außerdem hätte die kalte Witterung den Käfer zurück gehalten. Der Nutzholzbohrer, der anders als der Borkenkäfer bereits bei durchschnittlichen Tagestemperaturen von zehn statt 18 Grad Celsius ausschwärme, werde erfahrungsgemäß erst jetzt langsam aktiv.