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Brasilien begeistert Bischofsdhron

Brasilien begeistert Bischofsdhron

BISCHOFSDHRON. Im normalen Alltagsleben heißen sie Schmidt, Engel, oder Fritsch, und sie spielen sonst in der Kreisklasse. Doch bei der vom FC Bischofsdhron ausgerichteten "Mini-WM" schlüpften sie in die Rollen von Ronaldinho, Ballack, oder Zidane, und spielten um den "WM-Titel". Weltmeister wurde das Team aus "Brasilien".

Von Achim Welgen kann selbst Franz Beckenbauer noch eine Menge lernen. Dem "Sepp Blatter" des FC Bischofsdhron war es innerhalb von nur zwei Monaten gelungen, die "Mini-WM" mit 24 "Nationen" in die heimische Bischofsdhron-Arena zu holen. Die Mannschaften, die unter anderem aus der Einheitsgemeinde Morbach sowie Kommen, Weiersbach, Bernkastel, Piesport, Allenbach, Wittlich, Longkamp, Meerfeld, Hochscheid und Stipshausen kamen, spielten jeweils für ein WM-Teilnehmerland. Die Teams mussten sich auf zwei Kleinspielfeldern behaupten, gespielt wurde mit fünf Feldspielern und einem Torwart.Zu viele Chancen versiebt

Von den großen "Fußball-Nationen" fehlten lediglich die afrikanischen Gazellen aus Ghana, die Welgen wegen verbandsinterner Probleme eine Absage erteilt hatten. "Mein Favorit auf den Titel ist jetzt Brasilien", tippt ein Fan auf der Tribüne, nachdem die Südamerikaner sich im Achtelfinale mit 2:1 gegen Deutschland durchsetzen konnten. "Wir hatten keine Alternativen mehr auf der Bank", kommentiert der deutsche Trainer Torsten Engel aus Kommen das vorzeitige "WM-Aus". "Heute nix amore - heute hagelt es Tore", lautet die Taktik des italienischen Trainers vor dem Hit gegen England. Die "Squadra Azzurra" aus Morscheid/Bischofsdhron versiebt aber zu viele Chancen und scheitert zudem im Elfmeterschießen mehrmals am vorzüglich reagierenden englischen Keeper. Während die ausgeschiedenen Mannschaften sich mit Gerstensaft über ihr Scheitern hinweg trösten, stehen Topfavorit Brasilien, England, und die "Exoten" aus Ecuador und Tunesien im Halbfinale. "Finale, Finale", skandieren die tunesischen Fans vor dem Penaltyschießen gegen England, doch erneut bleiben Beckham & Co. cool, und ziehen ins Finale ein, wo Brasilien, das Ecuador mit 2:0 bezwang, auf die "Three Lions" wartet. "Jetzt wollen wir Weltmeister werden", sagt der englische Mannschaftsführer Timo Schultheis aus Monzelfeld. Gegen die "Selecao" vom Weiersbacher Nahestrand stehen die Engländer auf verlorenem Posten. Ein sensationeller Seitfallzieher und ein Flachschuss von "Adriano" Morio entscheidet das Endspiel mit 2:0 zu Gunsten der Südamerikaner. "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl den WM-Pokal in die Höhe zu stemmen", jubelt Brasiliens überragender Torwart "Dida" Schmidt. "Wir haben tolle und spannende Spiele gesehen", bilanziert "Sepp Blatter" Welgen die Bischofsdhroner "Mini-WM", ehe er in den Freudentaumel auf der Fanmeile eintaucht. Dort feiern die Spieler, Fans und Funktionäre, ausgelassen das Großereignis mit Musik der Band" Roots", bis in die frühen Morgenstunden. Sie singen im Chor "Bischofsdhron, Bischofsdhron, wir waren in Bischofsdhron". Mini-WM-Finalspiele: Endspiel: Brasilien - England 2:0, Spiel um den dritten Platz: Tunesien - Ecuador 3:5 nach Elfmeterschießen.