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Brennholz: Der große Boom ist vorerst vorbei

Brennholz: Der große Boom ist vorerst vorbei

Preiswertes Holz statt teures Heizöl: In den vergangenen Jahren haben viele Verbraucher ihre Öfen umgerüstet. Doch der große Boom beim Brennholz ist vorerst vorbei. Das hat neben den stark gesunkenen Heizölpreisen auch mit den milden Wintern zu tun.

Bis vor zwei, drei Jahren ging es stets aufwärts: Die Nachfrage nach heimischem Brennholz stieg kontinuierlich an, die Preise ebenso. Ulrich Frömsdorf, Leiter des Forstamtes Wittlich: "Wir mussten langfristig damit rechnen, die Nachfrage nicht mehr bedienen zu können, doch der Markt hat sich inzwischen deutlich entspannt." Der Preis für einen Festmeter Brennholz ab Wald kostet derzeit um die 50 Euro, nachdem er bis vor drei Jahren kontinuierlich gestiegen war. Die fürs Sägewerk ungeeigneten Holzstämme, zwischen zehn und 50 Zentimeter dick und acht bis zehn Meter lang, liegen am Wegesrand. Rund 1400 Kunden für Brennholz, geeignet sind Buche und Eiche, gibt es im Bezirk des Forstamtes Wittlich.

Dieses umfasst die Verbandsgemeinde Wittlich-Land und die Stadt Wittlich. Dort wurden im vergangenen Jahr rund 12?000 Festmeter Brennholz verkauft. Der Verkaufserlös lag bei etwa 500?000 Euro. Geld, das direkt an die Waldbesitzer, sprich Gemeinden fließt. Noch etwas größer ist der Bezirk des Forstamtes Traben-Trarbach. Er umfasst die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach. Forstamtsleiter Franz-Josef Sprute hat ebenfalls wie sein Wittlicher Kollege festgestellt, dass die Nachfrage nach Brennholz nachgelassen hat.

Das hat neben dem billigen Heizöl noch andere Gründe: In den zurückliegenden warmen Wintern musste weniger geheizt werden, außerdem ist die Effizienz der Holzöfen gestiegen. Moderne Öfen nutzen den Brennstoff besser. Rund 20 Prozent seien im Jahr 2015 weniger verkauft worden als ein Jahr zuvor, hat Sprute festgestellt.

Die meisten Kunden holen sich ihr Holz für den Eigenbedarf aus dem Wald. Sie zersägen die Stämme vor Ort - der Kettensägenführerschein ist dabei Pflicht - und zerkleinern es zu Hause in ofengerechte Stücke.Es gibt aber auch einige Brennholzhändler, die beim Förster größere Mengen Holz ordern, es in passende Stücke zersägen und es auch lagern und trocknen. Sie verfügen über die notwendigen Geräte wie Holzspalter und große Kreissägen. Das Heizen mit Öl ist derzeit etwa so teuer wie mit Holz. Ein Schüttraummeter Brennholz (etwa 300 Kilogramm) kostet im Schnitt 80 Euro und ist von der Heizwirkung gleichzusetzen mit 150 Liter Heizöl (Preis: ebenfalls rund 80 Euro). Extra

Frisch geschnittenes Holz darf nicht direkt in den Ofen. Es ist noch feucht, hat daher einen geringen Brennwert und erzeugt mehr Feinstaub als trockene Scheite. Darauf weist die Initiative HolzProKlima hin. Deshalb muss Brennholz erst an einem gut belüfteten und trockenen Ort lagern. Es sollte mit einem Abstand von 10 bis 20 Zentimetern zu Wand, Decke und Boden geschichtet werden. So kann die Luft gut um die Scheite zirkulieren. Nach etwa zwei Jahren erreichen die Holzscheite ihren höchsten Brennwert. Der Feuchtegehalt von Holz darf laut Gesetz nicht mehr als 25 Prozent betragen.