Brennholznachfrage stagniert auf hohem Niveau
Morbach/ Thalfang · Beim Heizen mit Holz hat sich ein Sättigungseffekt eingestellt. Die gute Nachricht: Preissteigerungen bleiben im Hunsrück weitgehend aus. Weniger erfreulich für Leute, die es gewohnt sind, mitten im Wald ihr Holz aufzuarbeiten. Dies ist nur noch in Ausnahmefällen möglich.
Morbach/ Thalfang. Der stellvertretende Leiter des Forstamtes Dhronecken, Jürgen Schmidt, hält ein Schreiben aus Mainz in der Hand. Darin wird die Zentralstelle der Forstverwaltung (ZdF) in Neustadt aufgefordert, dafür zu sorgen, dass weniger Leute selbst ihr Brennholz schlagen. "Derzeit arbeiten rund 40 Prozent der Kunden selbst im Wald", stellt Schmidt fest. Bis Ende 2014 sollen es höchstens noch zehn Prozent sein.
Die immer größeren Reviere und die kaum noch leistbare Überwachung der sogenannten Selbstwerber durch die Revierförster sind die Gründe für die Umkehr.
In Zukunft soll es fast nur noch so sein, dass das Holz am Wegesrand augestapelt (Fachbegriff gerückt) und dort auch abgeholt wird. Diese Art der Lieferung wird auch vom Forstamt Dhronecken mit seinen 16 000 Hektar Wald bevorzugt. Die Behörde ist für Morbach, Thalfang, Schweich und Teile von Hermeskeil zuständig.
Das größte Revier betreut Guido Haag in Morbach mit rund 3000 Hektar. "Seit 2005 hat sich die Nachfrage verdoppelt", stellt der Forstmann fest. Doch seit letztem Jahr habe sich der Bedarf bei 4000 Raummetern eingependelt. Deshalb bleiben die Preise mit 31 Euro pro Raummeter gerückt am Weg und 18 Euro für Selbstwerber auch stabil. "Das sind jedoch Taxpreise für die Versteigerung", erklärt Haag weiter.
Buche und Eiche sind die Baumarten, die immer noch am häufigsten nachgefragt werden. Aber auch mit der Birke kommt der Forst immer besser ins Geschäft. "Nach den Stürmen in den 1990er Jahren hat sich diese Baumart etabliert und ist jetzt erntereif", freut sich Haag.
Etwas teurer ist das Brennholz aus dem Staatswald: nach 35 Euro im letzten Jahr kostet es nun 36,50 Euro pro Raummeter.
"Eiche ist mit 30 Euro billiger", zeigt Jürgen Schmitt auf, wie Kunden bei der Bestellung beim Forstamt mit der Wahl der Baumart Geld sparen können. Die Verbandsgemeinden legen die Holzpreise für ihre Bürger selbst fest.
Auch nach Ausweisung eines Nationalparkes soll die Bevölkerung noch vor den Händlern bevorzugt mit Brennholz versorgt werden. "Durch das neue Brennholzkonzept von Landesforsten ist die Versorgung und Verteilung besser geregelt als früher", freut sich der Thalfanger Bürgermeister Marc Hüllenkremer. Informationen gibt es dazu im Internet unter www.nationalpark.rlp.de.
Sein Morbacher Amtskollege Andreas Hackethal sieht Brennholz als Teil der Grundversorgung an: "Deshalb sind wir immer etwas günstiger im Preis als der Staatsforst." Mit den Selbstwerbern gebe es in Morbach keine Probleme.
Derzeit überlege man, wie die Gemeinde mit den Planungen zum Nationalpark umgeht. "Die Versorgung mit Brennholz ist jedoch weiter gewährleistet", versichert Hackethal.
Fragen zum Brennholz beantwortet das Forstamt Dhronecken unter Telefon 06504/95470. Informationen gibt es auch unter www.wald-rlp.de.Extra
Wie gut brennt welche Holzart? Ein Raummeter Eiche, Kastanie oder Esskastanie entspricht bei 20 Prozent Feuchtigkeitsgehalt 210 Litern Heizöl. Es folgen Buche, Hainbuche, Esche und Ahorn mit 205 Litern, Birke, Kirsche und Obstbäume bringen 190 Liter. Douglasie, Kiefer und Lärche entsprechen jeweils 170 Litern und die Nadelhölzer Fichte und Tanne heizen immer noch wie 150 Liter Heizöl. Bei einem Heizölpreis von 90 Cent ergibt sich eine Ersparnis von 180 Euro pro Raummeter Laubholz. Frisch geerntet besteht Holz zur Hälfte aus Wasser. Optimale Brennwerte werden mit einem Wassergehalt von unter 20 Prozent nach zwei Jahren Trocknen an der Luft erzielt. doth